YouGov-Studie zeigt: 94 Prozent nutzen elektronische Lösungen – doch 56 Prozent empfinden Prozess als mühsam

Die Digitalisierung der Schweizer Steuererklärung ist nahezu vollständig: 94 Prozent derjenigen Schweizerinnen und Schweizer, die ihre Steuererklärung selbst oder mit jemandem zusammen machen, nutzen elektronische Lösungen, nur noch 4 Prozent füllen die Formulare von Hand aus. Dennoch empfindet mehr als die Hälfte aller Schweizerinnen und Schweizer den Prozess als mühsam. Dies zeigt eine repräsentative Bevölkerungsumfrage von YouGov Schweiz mit über 1'000 Befragten.

Mehrheit erledigt Steuererklärung selbst – Beratungsdienstleistungen in der Westschweiz gefragter als in der Deutschschweiz

Fast drei Viertel der Befragten (70 Prozent) beschäftigen sich persönlich mit dem Sammeln der Unterlagen oder dem Ausfüllen der Formulare. Entweder erledigen sie alles alleine (54 Prozent) oder gemeinsam mit jemand anderem aus dem Haushalt (16 Prozent). Männer füllen die Steuererklärung eher alleine aus (61 Prozent) als Frauen (47 Prozent). Rund jede oder jeder sechste Befragte (16 Prozent) nimmt die kostenpflichtige Dienstleistung einer Steuer- oder Finanzberatung in Anspruch, wobei dieser Anteil mit dem Alter der Befragten steigt. In der Westschweiz werden Steuer- und Finanzberatungen signifikant häufiger (22 Prozent) in Anspruch genommen als in der Deutschschweiz (14 Prozent).

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Von Papier zu digital: 94 Prozent haben den Schritt gemacht

Die technischen Hilfsmittel zum Ausfüllen der Steuererklärung sind in den letzten Jahren stetig zahlreicher geworden. Heutzutage füllen mehr als 9 von 10 Befragten (94 Prozent) die Steuererklärung mit einer Softwarelösung aus: Entweder online mit einer offiziellen Software des Kantons (79 Prozent), einer Online-Lösung eines Drittanbieter wie z. B. Dr. Tax (2 Prozent) oder offline mit nachträglichem Ausdrucken und postalischem Versand (13 Prozent). Dies gilt nicht nur für die jüngeren Generationen, auch die Babyboomer-Generation füllt die Steuererklärung zu fast drei Vierteln (72 Prozent) online und zu einem Fünftel (20 Prozent) offline am Computer aus. Das Ausfüllen von Hand ist dabei schon fast gänzlich verschwunden: Über alle Altersgruppen gesehen, sind es noch 4 Prozent, welche die Steuererklärung auf Papier ausfüllen.

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Einen kleinen Generationenunterschied gibt es noch beim Einreichen der Belege: Unter jenen Befragten, die die Steuererklärung am Computer ausfüllen, benutzen die Jüngeren (18-29 Jahre: 32 Prozent, 30-44 Jahre: 36 Prozent) häufiger eine Foto-App zum Einscannen, bei den Älteren nutzt dies erst rund ein Viertel (45-59 Jahre: 26 Prozent) bzw. knapp ein Achtel (60-79 Jahre: 13 Prozent). Die Mehrheit der Befragten (53 Prozent) scannt die Belege mit einem Scanner ein und legt sie der Steuererklärung elektronisch bei, 15 Prozent senden sie postalisch ein.

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3.6 Stunden Aufwand im Schnitt – 70 Prozent fühlen sich sicher

Im Durchschnitt wenden die Schweizerinnen und Schweizer 3.6 Stunden für ihre Steuererklärung auf. Je älter sie sind, desto mehr Zeit brauchen sie dafür. Auch benötigen Befragte, die eine Hypothek oder Anlageprodukte in die Steuererklärung eintragen müssen, mehr Zeit (4.8 bzw. 4.9 Stunden). Jene Befragten beantragen zudem am häufigsten eine Verlängerung (37 Prozent bzw. 39 Prozent). Über die Hälfte der Schweizer (58 Prozent) gibt an, die Steuererklärung rechtzeitig vor Ablauf der Frist einzureichen, während rund ein Drittel (32 Prozent) meistens eine Verlängerung beantragt. 7 Prozent geben zu, die Steuererklärung meistens zu spät einzureichen.

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Trotz den hohen Anforderungen fühlen sich knapp drei Viertel der Befragten (70 Prozent) eher oder sehr sicher, dass ihre Steuererklärung korrekt ausgefüllt ist. Je jünger die Befragten sind, desto unsicherer sind sie: Von den 18- bis 29-Jährigen fühlt sich nur rund die Hälfte (55 Prozent) eher oder sehr sicher, von den 60- bis 79-Jährigen rund vier von fünf (82 Prozent).

Belege sammeln bleibt grösste Hürde

Der Enthusiasmus beim Ausfüllen der Steuererklärung hält sich in Grenzen: Über die Hälfte der Befragten (56 Prozent) empfindet es als eher oder sehr mühsam. Das Zusammensuchen von Belegen und Dokumenten erweist sich dabei als grösste Hürde: Knapp ein Viertel aller Befragten (23 Prozent) nennt dies als Haupt-Mühsal. Auf Platz zwei folgt die Komplexität (15 Prozent), während die korrekte Geltendmachung von Abzügen für 8 Prozent die grösste Herausforderung darstellt.

Vertrauensfrage: Jede oder jeder Vierte soll bei der Steuererklärung tricksen

Spannend sind zuletzt auch die Antworten auf die Schätzfrage, wie viel Prozent der Schweizer Steuerzahlerinnen und Steuerzahler bei der Steuererklärung tricksen: Durchschnittlich gehen die Befragten davon aus, das rund ein Viertel (26 Prozent) schummelt. Deutschschweizer (28 Prozent) und Männer (29 Prozent) sind dabei signifikant kritischer als Westschweizer (18 Prozent) und Frauen (23 Prozent).

Karin Mändli Lerch, Senior Research Consultant bei YouGov Schweiz: «Die Schweiz hat die digitale Transformation der Steuererklärung erfolgreich gemeistert. Besonders positiv: Dank der weiterhin möglichen Papierlösung wurde niemand zurückgelassen – ein vorbildlicher, inklusiver Ansatz. Überraschend ist jedoch die Unsicherheit der jüngeren Generation: Nur 55 Prozent der 18- bis 29-Jährigen fühlen sich sicher beim Ausfüllen. Hier zeigt sich: Digitalisierung allein reicht nicht. Die wahre Herausforderung liegt nicht beim Medium, sondern beim Inhalt – beim Zusammensuchen von Belegen, der Komplexität durch die vielen Positionen und den Fremdwörtern. Besonders junge Steuerpflichtige benötigen zusätzliche Erklärungen und Hilfsmittel wie z.B. steuern-easy.ch, die Komplexität reduzieren und Sicherheit geben.»

Zur Methode:

Die Daten dieser Befragungen basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Schweiz Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden zwischen dem 11. bis 17. Februar 2026 im Rahmen einer Omnibus-Studie von YouGov Schweiz insgesamt 1‘039 Personen in der Schweiz befragt. Die Erhebungen wurden nach Alter, Geschlecht und Sprachregion quotiert und die Ergebnisse anschliessend entsprechend gewichtet (inkl. Randsummengewichtung nach Haushaltsgrösse und Erwerbstätigkeit). Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in der Deutsch- und Westschweiz zwischen 18 und 79 Jahren.

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