Aktuelle Umfrage-Daten (Januar 2026) von YouGov Schweiz zum Thema Tourismus und Reiseplanung mit AI

Künstliche Intelligenz beginnt, die Reiseplanung in der Schweiz grundlegend zu verändern. Bereits 21 Prozent der Schweizer Bevölkerung nutzen Tools wie ChatGPT, Google Gemini oder Microsoft Copilot bei Reiseplanung und Inspiration, bei den unter 45-Jährigen sind es sogar 29 Prozent.

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Die neue repräsentative Studie von YouGov Schweiz zeigt, dass AI heute vor allem als Ideenquelle dient. 66 Prozent lassen sich Aktivitäten vorschlagen, 45 Prozent Destinationen und 43 Prozent Routen. Klassische Planungsschritte wie Flugsuche oder Preisvergleiche werden jedoch derzeit noch seltener über AI abgewickelt.

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Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich insbesondere die Inspirations- und Orientierungsphase der Reiseplanung verändert. Informationen werden vermehrt über generative Systeme bezogen, während andere etablierte Informationsquellen, wie Reiseführer, Blogs oder Tourismusorganisationen an Bedeutung verlieren können. Gleichzeitig zeigen sich Unterschiede im Nutzungsverhalten: Während Jüngere den Effizienzgewinn von AI bereits zu ihrem Vorteil nutzen, bleiben 79 Prozent der Gesamtbevölkerung vorerst zurückhaltend, oft aus Gewohnheit, mangelnder Bekanntheit oder Misstrauen.

Michelle Koller, Research Consultant bei YouGov Schweiz, kommentiert: «Reiseplanung als Kulturtechnik wird kürzer und stärker automatisiert. Individuelle Recherche tritt zurück, denn Entscheidungen erfolgen zunehmend auf Basis kuratierter Vorschläge. Damit wächst die Nachfrage nach hyperpersonalisierten, interessensbasierten Erlebnissen und begünstigt die Fragmentierung des Angebots hin zu modularen, AI-gestützten Individualreisen.»

Bei den verwendeten Anwendungen zeigt sich eine klare Konzentration. ChatGPT dominiert mit 88 Prozent Nutzung deutlich, während spezialisierte AI-Reiselösungen in der breiten Bevölkerung bislang kaum eine Rolle spielen.

Mit der Nutzung von AI-Tools verändert sich auch der Planungsprozess selbst. Nutzer wählen zunehmend aus vorgeschlagenen Optionen aus, anstatt Reisen vollständig selbst zu recherchieren. Damit steigen die Erwartungen an einfache, schnelle und individuell zugeschnittene Abläufe.

Trotz der aktuellen Zurückhaltung ist das Zukunftspotenzial laut der Daten von YouGov Schweiz deutlich. 71 Prozent der bisherigen Nutzer möchten AI künftig häufiger einsetzen und selbst 20 Prozent der bisherigen Nicht-Nutzer wollen die Tools für künftige Reisepläne testen.

Zur Methode:

Die Daten dieser Befragungen basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Schweiz Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden zwischen dem 14. bis 20. Januar 2026 im Rahmen einer Omnibus-Studie von YouGov Schweiz insgesamt 1‘239 Personen in der Schweiz befragt. Die Erhebungen wurden nach Alter, Geschlecht und Sprachregion quotiert und die Ergebnisse anschliessend entsprechend gewichtet (inkl. Randsummengewichtung nach Haushaltsgrösse und Erwerbstätigkeit). Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in der Schweiz zwischen 15 und 79 Jahren.

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