YouGov veröffentlicht den „Germany debt, investment, and savings report 2026“

Der neue „Getting by or getting ahead? Debt, investment, and savings report 2026“ von YouGov zeigt: Die finanzielle Lage vieler Deutscher wirkt stabil, doch unter der Oberfläche entstehen klare Unterschiede im Umgang mit Schulden, Sparen und Investitionen.

Deutsche Verbraucher: Mehrheit hält Schritt – aber mit Abstrichen

41 Prozent der Deutschen haben irgendeine Form von Schulden – deutlich weniger als in den USA (58 Prozent) oder in Großbritannien (54 Prozent).

Unter den deutschen Schuldnern gilt: 76 Prozent empfinden ihre Schulden als handhabbar, 21 Prozent kämpfen jedoch mit der Rückzahlung, 5 Prozent empfinden ihre Schulden sogar als überfordernd.

Verbraucher, die aktuell Schulden haben, nutzen Kredite oder sonstige Finanzierungen hauptsächlich für:

  • 17 Prozent: für größere Käufe / Anschaffungen
  • 16 Prozent: für unerwartete Ausgaben
  • 15 Prozent: für den Cashflow (22 Prozent unter Befragten der Gen Z und Millennials)
  • 14 Prozent: für Dinge des täglichen Bedarfs (bei Gen Z sogar 27 Prozent)

Bemerkenswert ist hierbei, dass 42 Prozent der Deutschen lieber sparen, anstatt zu leihen. 14 Prozent sind besorgt, wenn sie an ihre Schulden denken – deutlich weniger als in anderen Märkten.

Sparen: Große Unterschiede bei den Rücklagen

Die Studie zeigt eine deutliche Spreizung: 25 Prozent der Deutschen haben keinerlei Ersparnisse, 33 Prozent verfügen über mehr als 5.000 €. 5 Prozent besitzen über 25.000 € an liquiden Mitteln.

Trotz vorhandener Rücklagen bleibt die Investitionsbereitschaft gering: 36 Prozent derjenigen mit über 1.000 € Ersparnissen würden im nächsten Jahr keinen Cent investieren.

Investieren: Aktiv, aber nur in einer Minderheit

Insgesamt verfügen 51 Prozent der Deutschen über irgendeine Form von Investment. Besonders aktiv ist die Gruppe derjenigen, die überzeugt ist, dass finanzieller Fortschritt nur durch die Kombination aus Sparen und Investieren gelingt: 87 Prozent dieser Menschen besitzen Investments. Zudem zeigt sich in dieser Gruppe eine deutlich höhere Investitionsintensität: 61 Prozent haben mehr als 5.000 Euro angelegt.

Für Nicht‑Investoren sind die größten Hürden:

  • 30 Prozent: „Ich habe nicht genug Geld dafür übrig“
  • 20 Prozent: „Ich habe Angst, Geld zu verlieren.“
  • 14 Prozent: „Ich spare, statt zu investieren.“

„Viele Deutsche wirken finanziell stabil, doch wie unser Report zeigt, ist dieser Fortschritt nicht gleichmäßig verteilt. Selbst jene, die laut Studie Schritt halten, sehen sich gezwungen, Ausgaben zu reduzieren oder auf ihre Ersparnisse zurückzugreifen. Die Daten machen deutlich: Unter der Oberfläche einer insgesamt stabilen Gesamtwahrnehmung entstehen spürbare Unterschiede im Umgang mit Schulden, Sparen und Investieren.“

Justus Riemann
Senior Account Manager bei YouGov
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