Aktuelle YouGov-Daten (März 2026) zum Thema Banking und Finanzplanung

Eine YouGov-Analyse aus Dezember 2025 hat gezeigt: Die finanziellen Sorgen der Jüngeren sind groß. Besonders in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen (Gen Z) wächst der Bedarf an konkreter Unterstützung durch Banken und Bezahldienstleister bei ihrem Ausgaben- und Rücklagenmanagement. Fast ein Drittel (31 Prozent) der Gen Z gab an, dass sie Geld zwischen verschiedenen Konten bewegt, um sich selbst zu überlisten, weniger auszugeben.

Der Umgang der Jüngeren mit ihren Finanzen signalisiert auch einen größeren Trend hin zu personalisiertem Banking und der Optimierung von Finanzdienstleistungen für verschiedene Bedürfnisse.

In ihrem Banking-Verhalten, ihren Finanzpräferenzen und ihren Einstellungen gegenüber Banken unterscheidet sich die Gen Z in vielen Punkten von den Boomern+ (über 62-Jährige).

Multi-Banking und Investitionsbereitschaft

Laut YouGov Profiles bevorzugt heute die Hälfte (50 Prozent) der Gen Z es, mehrere Bankkonten zu haben (vs. 37 der Boomer+).

Knapp drei von fünf (59 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen haben ein Online-Girokonto, 41 Prozent haben ein Filial-Girokonto, 57 Prozent hat ein Sparkonto und 28 Prozent ein Aktiendepot.

Bei Investitionsprodukten zeigt sich die Gen Z als besonders aktive Zielgruppe: 42 Prozent von ihnen investieren aktuell in börsengehandelte Fonds/ETFs (im Vergleich zu 19 Prozent der Boomer+) – ein Drittel (34 Prozent) plant, diese Investition in den nächsten 12 Monaten zu erhöhen oder erstmalig eine aufzunehmen (vs. 10 Prozent der Boomer+).

Auch Aktien sind ein deutlich häufigeres Investitionsprodukt unter Gen Z als Boomern+ (28 Prozent vs. 10 Prozent). 9 Prozent der jungen Generation planen außerdem, in den nächsten 12 Monaten mehr oder erstmalig in Kryptowährung zu investieren (vs. 3 Prozent der Boomer+).

Die Gen Z ist für den Finanzmarkt also eine Gruppe mit hohem Potenzial – Banken und Finanzdienstleister müssen sie mit maßgeschneiderten Produkten und im digitalen Raum ansprechen, um sie für sich zu gewinnen.

Lebensziele und Finanzbildung: Wo personalisiertes Banking ansetzen kann

Eine individualisierte und zugleich niedrigschwellige Finanzplanung gewinnt in der Gen Z an Bedeutung.

Laut YouGov Profiles haben 44 Prozent der Gen Z ein konkretes finanzielles Ziel, das sie erreichen möchten, z. B. einen Kredit abbezahlen oder bestimmtes Vermögen aufbauen (vs. 16 Prozent der Boomer+). Gleichzeitig sagen 53 Prozent von ihnen, in finanziellen Angelegenheiten verunsichert zu sein (vs. 30 Prozent der Boomer+). Die Gen Z ist besonders ausgabebereit – 70 Prozent von ihnen besitzen gerne hochwertige Produkte (vs. 49 Prozent der Boomer+), und sind bereit dafür mehr zu zahlen – sie möchte aber auch mehr Geld sparen (74 vs. 42 Prozent der Boomer+). Die Mehrheit der Gen Z ist zuversichtlich in Bezug auf ihre Karriere- und Jobaussichten (68 Prozent), dennoch fühlt sie sich weniger finanziell abgesichert (45 Prozent vs. 55 der Boomer+).

Die Lebensrealität der Gen Z und ihre Haltung gegenüber Finanzen zeigen: Finanztools und Banking-Features sind vermutlich dann besser aufgestellt, diese Zielgruppe zu erreichen, wenn sie sich an deren Alltag anpassen – etwa an schwankendes Einkommen oder an individuellen finanziellen Ziele – und zugleich leicht zugängliche Unterstützung im Umgang mit Geld, wie automatisiertes Sparen, Budgetierung oder intelligente Ausgabenanalysen bieten.

Social Media spielt in der Finanzbildung der Gen Z eine zentrale Rolle – das Vertrauen in Banken ist vergleichsweise hoch

Der Erfolg von Finfluencern zeigt, dass junge Verbraucher für Finanzwissen, wie Investitionen, und für Informationen zu Finanzdienstleistern Online-Quellen zunehmendes Vertrauen schenken. In einer YouGov-Umfrage vom August 2024 gaben bereits 32 Prozent der Gen Z an, den Online-Quellen stärker zu vertrauen als Beratern vor Ort, z. B. einer Bank (vs. 23 Prozent der Gesamtbevölkerung).

Dabei geht es jedoch vermutlich stärker um die niedrigeschwellige Wissensvermittlung, die Vergleichbarkeit verschiedener Angebote, sowie die Erfahrungen von Individuen wie sie selbst – und weniger um eine Skepsis gegenüber den Institutionen.

Tatsächlich ist das allgemeine Vertrauen der Gen Z in Banken und Finanzdienstleister höher als das der Boomer+-Generationen (48 vs. 32 Prozent). Boomer+ äußern häufiger die Meinung, dass „Banken versuchen, uns das Geld aus der Tasche zu ziehen“ (67 vs. 47 Prozent der Gen Z). Die jüngere Generation empfindet zudem seltener, dass „alle Banken im Prinzip gleich sind“ – 66 Prozent der Boomer+ pflichten dieser Aussage bei, im Vergleich zu 51 Prozent der Gen Z. Dies lässt auch verstehen, dass die jüngere Generation einen besonderen Mehrwehrt in verschiedenen Bankkonten und Finanzprodukten sieht, und die Angebote auf dem Finanzmarkt stärker entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse beurteilt und auswählt.

Methode:

YouGov Profiles basiert auf einer kontinuierlich erhobenen Datenquelle aus fortlaufenden Online-Umfragen mit registrierten YouGov-Panelteilnehmern. Datensätze werden wöchentlich aktualisiert und umfassen jeweils 52 Wochen. Die Erhebung wird nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 18 Jahren. Ausgewerteter Datensatz vom 15. März 2026.

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