Aktuelle YouGov-Daten zum Thema Fair Trade und nachhaltiger Konsum

Der World Fair Trade Day macht jährlich im Mai auf Initiativen für fairen globalen Handel aufmerksam. Kernprinzipien sind faire Mindestpreise für Erzeuger, Verbot von Kinder-/Zwangsarbeit, sichere Arbeitsbedingungen und umweltschonender Anbau. Neben dem bekannten Fairtrade-Siegel von TransFair zertifizieren u. a. auch GEPA, Naturland Fair und Hand in Hand die Produktion aus fairem Handel.

Aktuelle YouGov-Daten zeigen: Fair Trade ist relevant und für Verbraucher eng verbunden mit nachhaltigem Konsum.

Ein Viertel der Deutschen achtet beim Einkauf auf Fair-Trade-Label – unabhängig vom Einkommen

Laut YouGov Profiles berücksichtigt rund ein Viertel (26 Prozent) der deutschen Verbraucher nach eigenen Angaben Fair-Trade-Produktlabel bzw. -Zertifizierungen bei ihrem Einkauf im Einzelhandel.

Die Zielgruppe gehört häufiger den Millennials (30 vs. 26 Prozent der Gesamtbevölkerung) sowie den Boomer+-Generationen an (28 vs. 25 Prozent der Gesamtbevölkerung), und ist eher weiblich (56 Prozent vs. 51 Prozent). Sie hat außerdem häufiger einen Hochschulabschluss (37 vs. 32 Prozent) und ein ausgeprägtes politisches Interesse (56 vs. 46 Prozent).

Die Befragten würden sich politisch zudem eher als „links“ bis „Mitte-links“ einstufen, d. h. auf einer Skala von 0 („links außen“) bis 10 („rechts außen“) stehen sie deutlich häufiger bei 1-4 (insgesamt 37 vs. 25 Prozent der Gesamtbevölkerung).

Laut YouGov-Daten gibt es keine Einkommensunterschiede zwischen jenen Befragten, die beim Einkauf auf Fair-Trade-Label achten, und der Gesamtbevölkerung. Dies deutet auch darauf hin, dass die Orientierung an fair gehandelten Produkten von einer starken Überzeugung herrührt, unabhängig von finanziellen Ressourcen.

YouGov Shopper-Daten zeigen zudem, dass mehr als zwei von fünf (42 Prozent) deutschen Haushalten bereit sind, für fair gehandelte Produkte mehr Geld auszugeben – unter Millennials und Gen Z sind es sogar 45 Prozent.

Millennials kaufen faire Bananen, Ältere fairen Kaffee

Hauptproduktgruppen der Fair-Trade-Initiativen sind Lebensmittel (insb. Kaffee, Kakao, Bananen) sowie Textilien und Kunsthandwerk.

Laut YouGov Shopper-Daten haben sich fair gehandelte Produkte zwischen 2021-2025 je nach Kategorie unterschiedlich entwickelt: So hatte fair gehandelter Kaffee bei Gen X und Boomern die größte Käuferreichweite, fair gehandelte Bananen erreichten hingegen mehr Millennials. Insgesamt hatten fair gehandelte Bananen eine höhere Marktdurchdringung und einen größeren Umsatz als fairer Kaffee. Bei Bananen ist das Thema Fair Trade also schon etablierter, nicht nur, aber auch durch zertifizierte Handelsmarken bei verschiedenen Händlern.

Fair-Trade-Käufer leben insgesamt nachhaltiger

Die YouGov-Daten zeigen auch: Fair Trade und Nachhaltigkeit gehen für viele Verbraucher Hand in Hand. Für zwei Drittel (66 Prozent) der deutschen Haushalte gehört die faire Behandlung der Erzeuger im Ursprungsland zum Thema Nachhaltigkeit.

Neben ihren sozialen und ökonomischen Säulen beinhalten viele Fair-Trade-Standards auch ökologische Kriterien, wie das Verbot gefährlicher Pestizide und die Förderung biologischen Anbaus. Gleichzeitig fördern Nachhaltigkeitsziele den globalen fairen Handel, indem Ressourcen für zukünftige Generationen geschont und mehr klimatische Gerechtigkeit in Produktionsländern geschaffen wird.

YouGov-Daten spiegeln dieses Verständnis wider: Unter den Befragten, die beim Einkauf auf Fair-Trade-Zertifizierungen achten, zeigt sich ein insgesamt stärkeres Bewusstsein für nachhaltigen Konsum.

Mehr als acht von zehn (83 Prozent) der Zielgruppe sagen, dass Umweltaspekte Einfluss auf ihre Kaufentscheidungen haben (vs. 60 Prozent der Gesamtbevölkerung). Ebenfalls acht von zehn (80 Prozent) der Befragten bevorzugen Marken, die nachhaltig sind (vs. 52 Prozent der Gesamtbevölkerung).

So kauft die Zielgruppe nach eigenen Angaben bspw. Kleidung häufiger nur von nachhaltigen Marken (37 vs. 23 Prozent), oder achtet bei der Wahl des Lebensmittelgeschäfts häufiger auf ethische und nachhaltige Praktiken (18 vs. 9 Prozent).

Methode: 

Die Ergebnisse basieren auf YouGov Profiles sowie auf Daten des YouGov Shopper-Haushaltspanels. 

YouGov Profiles basiert auf einer kontinuierlich erhobenen Datenquelle aus fortlaufenden Online-Umfragen mit registrierten YouGov-Panelteilnehmern. Datensätze werden wöchentlich aktualisiert und umfassen jeweils 52 Wochen. Die Erhebung wird nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 18 Jahren. Ausgewerteter Datensatz vom 3. Mai 2026.

Die Daten des YouGov Shopper-Haushaltspanels (DE YouGov FMCG CP+ 3.0) basieren auf registrierten Kaufakten der Panelteilnehmer in Deutschland. 

Definition der Generationen: Gen Z (1997 oder später), Millennials (1981-1996), Gen X (1965-1980) und Boomer+ (vor 1964). 

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