YouGov Shopper-Daten zeigen unterschiedliche Entwicklungen bei Fair-Trade-Produkten

Anlässlich des World Fair Trade Day am Samstag, den 9. Mai 2026, hat YouGov Shopper das Kaufverhalten der Deutschen bei fair gehandelten Produkten analysiert. Die Ergebnisse zeigen: Während das Interesse an Fairem Handel grundsätzlich hoch ist, entwickeln sich die wichtigen Fair-Trade-Kategorien Kaffee und Bananen sehr unterschiedlich.

Nachhaltigkeit schließt faire Behandlung der Erzeuger ein

Für zwei Drittel der deutschen Haushalte (66 Prozent) gehört die faire Behandlung der Erzeuger im Ursprungsland zum Thema Nachhaltigkeit. 42 Prozent sind bereit, für fair gehandelte Produkte mehr Geld auszugeben – bei den jüngeren Generationen (Millennials und Gen Z) liegt dieser Anteil etwas höher – bei 45 Prozent. Allerdings setzen erst 28 Prozent der Haushalte in Deutschland diese Bereitschaft aktiv um und kaufen bewusst Produkte aus fairem Handel. Nur 27 Prozent achten beim Einkaufen auf entsprechende Nachhaltigkeitssiegel wie UTZ, Fair Choice oder Rainforest Alliance Certified.

Daten aus YouGov Profiles bestätigen das grundsätzlich positive Bild: Mehr als die Hälfte der deutschen Verbraucher (52 Prozent) bevorzugen Marken, die nachhaltig sind.

Faire Bananen auf Erfolgskurs – fairer Kaffee stagniert

Die YouGov Shopper-Daten offenbaren ein Ungleichgewicht beim Einkaufsverhalten: Faire Produkte entwickeln sich unterschiedlich dynamisch, abhängig von der Kategorie. Der Umsatz mit fair gehandelten Bananen stieg 2025 gegenüber 2024 um 9,5 Prozent auf 424 Millionen Euro – und liegt damit deutlich über dem Umsatz mit fairem Kaffee (146 Millionen Euro, +8,6 Prozent).

Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die Kaufmuster: Bei Bananen kauften Verbraucher im Jahr 2025 nicht nur häufiger als im Vorjahr, sondern es kamen auch mehr Käufer hinzu. Langfristig zeigt sich ein stabiles Wachstum: Gegenüber 2021 legte der Umsatz um 17,7 Prozent zu. Die Millennials führen hier als Käufergruppe mit der größten Käuferreichweite, aber auch generationenübergreifend haben faire Bananen eine hohe Reichweite erreicht – auch dank der Verfügbarkeit von Handelsmarken bei verschiedenen Händlern.

Fairer Kaffee: Preisanstieg kompensiert Kaufzurückhaltung

Ganz anders die Situation bei fairem Kaffee: Der Umsatzanstieg von 8,6 Prozent geht ausschließlich auf gestiegene Preise zurück. Der bezahlte Preis für Kaffee ist 2025 um rund 25 Prozent gegenüber 2024 gestiegen, während die Kaufhäufigkeit für fairen Kaffee leicht zurückging und die Käuferreichweite nahezu stagniert. Langfristig ist der Umsatz sogar deutlich rückläufig: Gegenüber 2021 beträgt das Minus 16 Prozent.

Die stabilsten Käufergruppen bei fairem Kaffee sind die Gen X und die Babyboomer. Bei ihnen fiel der Umsatzrückgang geringer aus als bei Millennials und der ältesten Generation (Wiederaufbauer).

Der Blick auf Kaffee insgesamt zeigt, dass der Umsatz im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent gestiegen ist, auch hier aufgrund der höheren bezahlten Preise. Die Kauffrequenz stagniert, die Penetration ist sogar zurück gegangen.

Bemerkenswert ist hierbei: Der Preisabstand zwischen fair gehandeltem und konventionellem Kaffee war 2025 mit 5 Prozent geringer als noch 2023 (15 Prozent).

„Die Daten zeigen, dass faire Bananen bereits im Mainstream angekommen sind, während fairer Kaffee vor Herausforderungen steht. Mögliche Gründe dafür sind die derzeit hohe Preissensibilität der Verbraucher und die Entsiegelung einer absatzstarken Produktlinie im Kaffeesegment."

Petra Süptitz
Director Insights & Future Growth bei YouGov

Über die Daten:

Die Analyse basiert auf YouGov Shopper-Daten zum Kaufverhalten deutscher Haushalte bei fair gehandelten Kaffee- und Bananenprodukten. Erfasst wurden Umsatzentwicklung, Käuferreichweite (Penetration) und Kaufhäufigkeit im Zeitraum 2021 bis 2026 im YouGov Shopper Haushaltspanel.

YouGov Profiles basiert auf einer kontinuierlich erhobenen Datenquelle aus fortlaufenden Online-Umfragen mit registrierten YouGov-Panelteilnehmern. Datensätze werden wöchentlich aktualisiert und umfassen jeweils 52 Wochen. Die Erhebung wird nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 18 Jahren. Ausgewerteter Datensatz vom 26. April 2026.

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