YouGov Shopper-Daten: Salzige Snacks legten zur EM 2024 deutlich zu, Getränkemarkt unter Vorjahresniveau

In wenigen Wochen, am 11. Juni 2026, startet die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika und Mexiko. YouGov CP Austria hat dies zum Anlass genommen, die Auswirkungen vergangener Fußball-Großereignisse auf den FMCG-Markt in Österreich zu analysieren.

Die Fußball-Europameisterschaft 2024 bescherte dem österreichischen Lebensmitteleinzelhandel ein gemischtes Bild: Während salzige Snacks klar vom sportlichen Großereignis profitierten, blieben alkoholische und alkoholfreie Getränke hinter den Erwartungen zurück. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des YouGov Shopper Panel Austria für den Zeitraum Juni bis Juli 2024 im Vergleich zum Vorjahr.

Snacks als EM-Gewinner: Mehr Haushalte greifen zu

Die Kategorie der salzigen Snacks verzeichnete während der EM einen Aufschwung.

„Wir beobachten eine deutlich gestiegene Gesamtpenetration bei Salted Snacks, was auf eine breitere Käuferbasis während des Events hindeutet."

Sandra Bayer
Senior Marketing Consultant bei YouGov CP Austria

Besonders bemerkenswert: Die EM brachte vor allem neue Käufer in die Kategorien – der Konsum wurde also weniger durch intensivere Nutzung bestehender Käufer, sondern durch Reichweitenwachstum getrieben.

Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:

  • Popcorn entwickelte sich besonders dynamisch mit einem zweistelligen Zuwachs an Haushalten und zählt damit klar zu den Gewinnern der EM 2024
  • Potato Snacks konnten deutlich an Reichweite gewinnen: Mehr als die Hälfte aller österreichischen Haushalte griff im Zeitraum Juni-Juli 2024 mindestens einmal zu einem Produkt dieser Kategorie
  • Other Snacks (u.a. Tortilla Chips und Rice Cracker) verzeichneten ein überdurchschnittlich starkes Wachstum in der Käuferreichweite
  • Extruder blieben in der Penetration weitgehend stabil mit leicht rückläufiger Tendenz

Gleichzeitig zeigt sich: Trotz stabiler bis steigender Reichweiten bleibt die durchschnittliche Kaufmenge pro Käufer in mehreren Kategorien leicht unter Druck, etwa bei Other Snacks und Potato Snacks.

Getränkemarkt bleibt in den EM-Monaten hinter Erwartungen zurück

Hinter den Erwartungen entwickelte sich dagegen der Getränkemarkt während der eigentlichen Turnierphase im Jahr 2024. Alkoholische Getränke beziehungsweise Bier lagen bei Käuferreichweite und Absatz in den Monaten Juni und Juli 2024 unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums, in dem kein sportliches Großereignis stattfand.

Eine positivere Entwicklung im Vergleich zum Vorjahresmonat bei alkoholischen Getränken und Bier zeigte sich hingegen im Mai 2024: Hier wurden neue Käufer gewonnen und der Absatz insgesamt gesteigert – sowohl durch höhere Einkaufshäufigkeit als auch durch größere Mengen pro Einkaufsakt.

Ein ähnliches Muster zeigte sich bei alkoholfreien Getränken: Der Mai 2024 fiel deutlich stärker aus als im Vorjahr, der Juni hingegen schwächer, während der Juli wieder leicht über Vorjahresniveau lag. Das stärkste Wachstum im Mai verzeichneten Limonaden mit Cola- und Kräutergeschmack.

Fazit: Event-getriebener Konsum wirkt je nach Kategorie unterschiedlich

„Die EM-Analyse zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich einzelne Kategorien von Großereignissen profitieren können. Während Snack-Hersteller neue Konsumenten erreichen konnten, gelang dies dem Getränkemarkt während der eigentlichen Turnierphase nicht. Die stärksten Impulse im Getränkesegment gab es bereits im Vorfeld. Ob dies beispielsweise auf besseres Wetter oder besondere EM-Rabattaktionen im Mai 2024 zurückzuführen ist, lässt sich allerdings nicht eindeutig beantworten. Auch der Public-Viewing-Boom während der EM 2024 könnte hierbei eine wesentliche Rolle gespielt haben, da er zu einer Verschiebung vom In-Home- zum Out-of-Home-Konsum führte.“

Katrin Amlacher
Senior Marketing Consultant bei YouGov CP Austria

Über die Daten:

Die Analyse basiert auf YouGov Shopper-Daten zum Kaufverhalten österreichischer Haushalte. Erfasst wurden Umsatz- und Absatzentwicklung, Käuferreichweite (Penetration) und Kaufhäufigkeit im Zeitraum Mai bis Juli 2024 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im YouGov Shopper Haushaltspanel.

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