Aktuelle YouGov-Umfrage zum Thema Tierversicherungen für Hunde und Katzen

Fast jeder zweite Deutsche besitzt ein Haustier; knapp ein Viertel eine Katze und rund jeder Fünfte einen Hund. Emotional ist die Bindung an das Tier oft sehr hoch. Doch ein Haustier zu halten, birgt für viele auch ein finanzielles Risiko. Dies zeigt eine aktuelle YouGov-Umfrage: Eine hohe unerwartete Tierarztrechnung wäre für die Mehrheit der befragten Hunde- und Katzenhalter hierzulande finanziell belastend. Gleichzeitig finden nur wenige, dass Tierversicherungen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten – hier klafft eine Lücke zwischen Problembewusstsein und Attraktivität der Lösungen. 

Hohe Kosten, hohe Verantwortung

Laut der aktuellen YouGov-Umfrage werden Tierarztkosten hierzulande als deutlich gestiegen und zu teuer wahrgenommen; rund acht von zehn (81 Prozent) Hunde- oder Katzenhalter stimmen dem (eher/voll) zu. Viele der Tierhalter (56 Prozent) machen sich somit Sorgen, ob sie sich im Ernstfall die beste Behandlung leisten können.

Das Verantwortungsbewusstsein, auch für hohe Kosten als Tierhalter vorbereitet zu sein, ist dennoch sehr stark ausgeprägt (85 Prozent), einhergehend mit einer hohen emotionalen Bindung an das Tier: 86 Prozent der Hunde- oder Katzenbesitzer sagen, sie würden für ihr Haustier alles tun.

Skepsis beim Preis-Leistungs-Verhältnis von Tierversicherungen

Trotzdem ist der Abschluss einer Tierversicherung offenbar keine Selbstverständlichkeit: Laut Umfrage haben rund sieben von zehn (71 Prozent) Katzenhalter und mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Hundehalter keine Tierversicherung.

Grund für diese Diskrepanz scheint vor allem auch der wahrgenommene Mehrwert der Versicherungsangebote zu sein: Lediglich 32 Prozent der Hunde- oder Katzenhalter empfinden, dass Tierversicherungen ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Etwa drei von zehn (29 Prozent) stimmen dem nicht zu, und 27 Prozent sagen "weder noch". Das Gesamtbild ist somit durchwachsen, ein klarer positiver Konsens zu Tierversicherungen aktuell nicht erkennbar.

Katzenbesitzer sind seltener versichert - und besonders polarisiert

Die gemischte Verbraucherstimmung spiegelt sich auch im aktuellen Interesse der Befragten an einer Tierversicherung wider: Für 34 Prozent der Katzenbesitzer kommt eine Versicherung nicht in Frage, für 33 Prozent der Zielgruppe ist eine Versicherung jedoch grundsätzlich denkbar, weitere 5 Prozent planen einen Abschluss innerhalb der nächsten 12 Monate.

Tierversicherungen sind unter Hundebesitzern deutlich verbreiteter als unter Katzenbesitzern (43 vs. 28 Prozent); zugleich kommt sie für jeden fünften Hundebesitzer (20 Prozent) nicht in Frage. Rund ein Viertel (27 Prozent) der Hundehalter ist offen für den Abschluss einer Tierversicherung, und 7 Prozent planen dies innerhalb der nächsten 12 Monate.

Frauen häufiger abschlussbereit

Besonderes Potenzial liegt hier bei den Frauen: Hundebesitzerinnen haben seltener bereits eine Tierversicherung (40 vs. 47 Prozent der Männer), ein knappes Drittel (32 Prozent) von ihnen ist aber grundsätzlich offen dafür.

Insgesamt sind Frauen unter den potenziellen Zielgruppen für die Versicherungen deutlich überrepräsentiert: Jeweils 58 Prozent der Hunde- bzw. Katzenbesitzer, die den Abschluss einer Tierversicherung planen oder offen dafür sind, sind weiblich.

Interessierte Hundebesitzer zeigen klares Zielgruppenprofil

In der Zielgruppe der Hundebesitzer, die eine Tierversicherung planen oder einer solchen offen gegenüberstehen, finden sich zudem überdurchschnittlich häufig Verheiratete (58 vs. 44 Prozent), Personen aus Drei-Personen-Haushalten (27 vs. 16 Prozent) sowie Haushalte mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren (23 vs. 13 Prozent). Darüber hinaus besitzt die Zielgruppe häufiger Wohneigentum (61 vs. 51 Prozent) und hat häufiger ein Nettohaushaltseinkommen im oberen Drittel (59 vs. 45 Prozent).

Junge Tierhalter bereits überdurchschnittlich versichert - junge Hundebesitzer bieten Up-Selling-Potenzial

Wer bereits eine Tierversicherung hat, hat meist einen Vollschutz (23 Prozent der Hundebesitzer und 17 Prozent der Katzenbesitzer).

Jüngere Tierhalter haben häufiger als ältere bereits eine Tierversicherung abgeschlossen (47 Prozent der Gen Z- und Millennial-Hundebesitzer und 36 Prozent der Gen Z- und Millennial- Katzenbesitzer). Die Tierversicherungen junger Hundebesitzer umfassen allerdings überdurchschnittlich häufig nur die Absicherung für Tierarztbehandlungen ohne OP (11 Prozent der Gen Z- und Millennial-Hundebesitzer vs. 6 Prozent aller Hundebesitzer) - eine mögliche Potenzialgruppe für Ausbau und Up-Selling.

Vollschutz ist für die meisten die erste Wahl

Wer einer Tierversicherung offen gegenübersteht oder den Abschluss bereits konkret plant, entscheidet sich meist für einen umfassenden Schutz. Mehr als die Hälfte der Katzenhalter (52 Prozent) und knapp die Hälfte der Hundehalter (46 Prozent) würden eine Versicherung wählen, die sowohl Tierarztkosten als auch Operationen abdeckt.

Eine Tierarztkostenversicherung ohne OP-Schutz käme für 22 Prozent der Hundehalter und 15 Prozent der Katzenhalter infrage. Die ausschließliche OP-Versicherung hingegen würden 20 bzw.18 Prozent der Befragten abschließen.

Ein beträchtlicher Anteil der Befragten ist jedoch möglicherweise noch unentschlossen hinsichtlich der geeigneten Versicherungsart: 13 Prozent der Hundehalter und 15 Prozent der Katzenhalter sind sich unsicher oder machen keine Angabe zur geplanten Versicherung).

Anbieter sollten Preis-Leistung und individuelle Beratung in den Fokus rücken

Insgesamt zeigen die Ergebnisse eine deutliche Diskrepanz zwischen dem hohen Problem- und Verantwortungsbewusstsein vieler Hunde- und Katzenhalter und der vergleichsweise geringen Verbreitung von Tierversicherungen. Nur eine kleine Minderheit der Befragten ist zudem konkret abschlussbereit innerhalb der nächsten 12 Monate. Dennoch bietet die Zielgruppe, für die eine Versicherung grundsätzlich denkbar ist, relevantes Potenzial. Für Anbieter dürfte daher weniger die Sensibilisierung für Risiken als vielmehr die Vermittlung eines nachvollziehbaren Mehrwerts und einer passenden Absicherung im Vordergrund stehen.

Methode:

Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung mit dem YouGov Omnibus aus unserem YouGov Surveys Angebot wurden im Zeitraum vom 10.07.2026 bis 13.07.2026 insgesamt 2170 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.  

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