Aktuelle YouGov-Daten (Juli 2026) zum Thema Schlaf und Schlafhilfsmittel
Die milliardenschwere Schlafindustrie umfasst heute nahezu alles, was besseren Schlaf verspricht – von Smart Beds mit integrierten Schlaftrackern, über Nahrungsergänzungsmittel und Entspannungshilfen, bis hin zu Schlafcoachings und Schlafretreats.
Eine aktuelle Omnibusbefragung von YouGov Surveys zeigt, dass viele deutsche Verbraucher versuchen, ihren Schlaf aktiv zu beeinflussen bzw. zu optimieren. Frei verkäufliches Melatonin hat sich dabei zum beliebtesten Schlafhilfsmittel entwickelt. Gleichzeitig sind die Menschen nur bedingt bereit, Geld für besseren Schlaf auszugeben. Neue Produkte müssen ihren Nutzen daher klar vermitteln und zielgerichtet positioniert sein. Besonders digitale Schlaftools zeigen hier noch ungenutztes Potenzial.
Fast jeder zweite Deutsche schläft schlecht oder wechselhaft
Viele Menschen empfinden schlechten Schlaf als belastend, laut aktueller YouGov Umfrage rund 62 Prozent. Doch eine schlechte Nachtruhe trifft nicht alle Menschen gleich oft: Die Hälfte (50 Prozent) der Deutschen berichtet, dass sie im Allgemeinen gut schläft. Rund ein Drittel (32 Prozent) der Befragten gibt an, dass ihre Schlafqualität stark schwankt und 16 Prozent berichten von allgemein schlechtem Schlaf.
Besonders häufig von schlechtem Schlaf betroffen sind Frauen und Angehörige der Generation X, d. h. die Altersgruppe der heute 46- bis 61-Jährigen.
Hoher Optimierungswille, selektive Kaufbereitschaft
Für die Schlafindustrie ist diese Zielgruppe entscheidend. Zwar versuchen insgesamt 45 Prozent der Deutschen, ihren Schlaf aktiv zu beeinflussen, doch nur 32 Prozent von ihnen sind bereit, Geld für besseren Schlaf auszugeben. Dahingegen ist die Hälfte (50 Prozent) der schlecht schlafenden Personen bereit, in eine bessere Nachtruhe zu investieren.
Insgesamt 54 Prozent der Zielgruppe versucht, ihren Schlaf aktiv zu optimieren, z. B. durch Ernährung, Anpassungen des Lebensstils, der Schlafumgebung und Schlafzeiten, oder durch die Nutzung von Schlafhilfsmitteln.
Von Melatonin und Musik: die meistgenutzten Schlafhilfsmittel
Wie groß die Nachfrage insbesondere nach Schlafhilfsmitteln ist, zeigt die aktuelle Befragung: Lediglich ein Drittel (33 Prozent) der schlecht schlafenden Personen nutzt überhaupt keine Schlafhilfsmittel. Aber auch unter gut schlafenden Personen nutzen immerhin 31 Prozent irgendeine Form von frei verkäuflichen Schlafhilfsmitteln.
An der Spitze steht dabei Melatonin. Das körpereigene Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert, ist heute in zahlreichen Formen auch rezeptfrei in Drogeriemärkten und Discountern erhältlich, darunter als Tabletten, Sprays und Gummibärchen. Laut Umfrage nutzen aktuell drei von zehn (30 Prozent) der schlecht schlafenden Personen und 15 Prozent der Deutschen rezeptfreie Melatonin-Mittel.
Pflanzliche Alternativen, wie Baldrian, Lavendel und andere frei verkäufliche Präparate werden erst am dritthäufigsten genutzt (18 bzw. 9 Prozent). Rezeptfreie Antihistaminika sind selten (5 bzw. 3 Prozent).
Öfter greifen die Betroffenen auf wirkstofffreie Unterstützung durch Musik, Klänge/Geräusche oder Einschlafgeschichten zurück (19 bzw. 14 Prozent) – Angebote, die sich vor allem auch Schlaf- und Entspannungsapps zu Eigen gemacht haben. Dies zeigt auch, dass der Wunsch nach nicht-invasiven Lösungen vorhanden ist.
Schlafapps sind wenig verbreitet, beeinflussen die Schlafqualität aber stärker als Tracker
Schlafapps und Schlaftracker sind neben analogen Hilfsmitteln insbesondere in jungen Altersgruppen relevant. So gehören Schlaftracker inzwischen zur Standardausstattung vieler Smartwatches und Fitnessarmbänder. Die aktuellen Ergebnisse zeigen jedoch, dass Nutzung und wahrgenommener Nutzen der digitalen Tools weit auseinandergehen.
Schlaftracker werden meist direkt am Körper getragen (Wearables) und erfassen typischerweise Bewegungen, Herzfrequenz und Atmung. Die Mustererkennung kann dabei helfen, Tiefschlaf-, Wachphasen und optimale Schlafenszeiten zu identifizieren. Laut aktueller Umfrage werden sie von 18 Prozent der schlecht schlafenden Personen sowie 16 Prozent aller Deutschen genutzt.
Schlafapps (wie Calm, SleepCycle, BetterSleep oder Somnio) bieten neben Tracker- und Schlafanalyse-Funktionen über Geräuschsensoren oft zusätzliche Ressourcen wie Audio-Inhalte und Meditationen, Schlaftagebücher oder Schlaftrainings an. Laut Umfrage ist ihre Verbreitung deutlich geringer: Lediglich 6 Prozent der schlecht schlafenden Personen und 4 Prozent aller Befragten nutzen eine Schlafapp.
Betrachtet man jedoch die Erfahrungen mit den Tools, zeigt sich ein überraschendes Bild: Rund vier von zehn (41 Prozent) Nutzer berichten, dass sich ihr Schlaf durch die App verbessert hat. Damit schneiden Schlafapps deutlich besser ab als klassische Schlaftracker, bei denen lediglich 20 Prozent der Nutzer eine Verbesserung wahrnehmen.
Gleichzeitig zeigt sich, dass digitale Anwendungen kein Selbstläufer sind. Knapp jeder fünfte Nutzer (19 Prozent) berichtet von einer Verschlechterung seines Schlafs durch Schlafapps – wiederum deutlich mehr als bei Schlaftrackern (5 Prozent). Diese Ergebnisse deuten auch darauf hin, dass das Potenzial digitaler Produkte vor allem in ihrer Ausrichtung auf individuelle Bedürfnisse der Nutzer liegen könnte.
Methode:
Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung mit dem Omnibus Daily aus unserem YouGov Surveys Angebot wurden im Zeitraum vom 06. 07. 2026 und 08.07.2026 insgesamt 2119 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.
