Aktuelle YouGov-Daten (Mai 2026) zum Thema Gesprächspartner in Sachen Geld/Finanzen
Über Geld spricht man nicht? Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage gilt das nur für die wenigsten Deutschen: Lediglich 5 Prozent der Befragten sprechen über keines der von uns abgefragten Finanzthemen. Ganz offen wird über Geld dennoch nicht gesprochen: Je nach Thema geben zwischen 11 und 30 Prozent der Deutschen an, mit niemandem darüber zu reden.
Die Ergebnisse zeigen klar: Finanzthemen werden vor allem im engsten privaten Umfeld besprochen, mit der (Ehe-)Partnerin/dem (Ehe-)Partner. Bereits unter Familie und Freunden scheint manche Geldsache gesprächsuntauglich. Und: Alter, Geschlecht und Einkommen beeinflussen den Umgang mit Finanzgesprächen und die Wahl des Gesprächspartners.
Außerhalb des engsten privaten Umfelds sind die Deutschen vorsichtiger und selektiver
Die wichtigste Ansprechperson für die Deutschen beim Thema Geld ist der (Ehe-)Partner: Über neun abgefragte finanzielle Themen hinweg nennen 42-56 Prozent der Befragten den Partner bzw. die Partnerin als ihren üblichen Gesprächspartner. Dahinter folgen der enge Familienkreis (d. h. Eltern, Kinder, Geschwister) mit 22-44 Prozent und Freunde mit 11-35 Prozent. Auffällig selten wird der erweiterte Familienkreis (z. B. Schwiegereltern, Onkel, Tanten) einbezogen (4-14 Prozent) – im Durchschnitt gleich oft wie Kollegen oder berufliche Kontakte (3-14 Prozent). Auffällig ist auch der geringe Anteil der Finanz- oder Steuerberater: Über die abgefragten Themen hinweg sprechen 1-12 Prozent der Befragten mit Finanz- oder Steuerberatern.
Hierbei zeigt sich: Je weiter entfernt vom engsten privaten Umfeld, desto seltener werden Gespräche über Geld nicht nur insgesamt, sondern desto selektiver werden die Menschen auch bei einzelnen Themen. Obgleich die neun Themen unter (Ehe-)Partnern noch relativ ebenbürtig behandelt werden (42-56 Prozent), wird in der Gruppe des engen Familienkreises sowie in der Freundesgruppe bereits deutlich stärker differenziert. Während 44 bzw. 35 Prozent der Befragten den engen Familienkreis bzw. Freunde noch bei Lebenshaltungskosten einbeziehen, scheinen sensible Themen wie Schulden (22 bzw. 11 Prozent) aber auch das persönliche Einkommen – lediglich 17 Prozent der Befragten sprechen mit Freunden darüber – bereits in diesen Gruppen tabuisierter.
Lebenshaltungskosten sind das häufigste Gesprächsthema in allen Gruppen, danach verschieben sich die Prioritäten
Das häufigste Thema in allen Gesprächsgruppen, mit Ausnahme der Finanz- und Steuerberater, sind Lebenshaltungskosten: Fast sechs von zehn (56 Prozent) Befragte reden mit ihrem (Ehe-)Partner darüber, mehr als zwei von fünf (44 Prozent) mit ihrem engen Familienkreis, und etwas mehr als ein Drittel (35 Prozent) mit Freunden.
Während mit dem (Ehe-)Partner danach eher über Urlaubskosten und persönliches Einkommen gesprochen wird (jeweils 53 Prozent), drehen sich Finanzgespräche im engen Familienkreis (d. h. Eltern, Kinder, Geschwister) an zweiter Stelle über Miete (33 Prozent). Unter Freunden sind Miete und Urlaubskosten (jeweils 25 Prozent) die zweithäufigsten Gesprächsthemen, ebenso wie im erweiterten Familienkreis (jeweils 10 Prozent). Mit Kollegen oder beruflichen Kontakten sprechen die Befragten, nach Lebenshaltungskosten (14 Prozent), am häufigsten über Steuern und Krankenkassenbeiträge (jeweils 10 Prozent).
Das Thema Schulden wird sogar beim Finanzberater gemieden
Die insgesamt kommunikativsten der abgefragten Finanzthemen sind also die alltagsnahen Themen Lebenshaltungs- und Urlaubskosten: Fast 9 von 10 Deutschen (87 Prozent) sprechen mit irgendjemandem über Lebenshaltungskosten, und fast 8 von 10 (79 Prozent) über Urlaubskosten. Dahinter folgen persönliches Einkommen, Steuern und Sparen/Investitionen.
Das am häufigsten verschwiegene Thema sind Schulden/Kredite: Knapp ein Drittel (30 Prozent) der Deutschen spricht mit niemandem über die sensiblere finanzielle Angelegenheit. Auffällig ist, dass das Thema sogar in Gesprächen mit Finanzberatern eine unterdurchschnittliche Rolle spielt (4 Prozent).
Formalere Themen wie Krankenkassenbeiträge und Altersvorsorge sind die zweit- und drittseltensten Themen (jeweils 27 und 25 Prozent der Befragten sprechen mit niemandem darüber). Interessant ist jedoch: Auch das eigentlich alltagsnahe Thema Miete wird vergleichsweise häufig gemieden (24 Prozent sprechen mit niemandem darüber).
Familie und Freundeskreis für Frauen wichtiger, Kollegen für Männer
Die Offenheit beim Thema Finanzen und die Wahl des Gesprächspartners sind laut Umfrage auch soziodemografisch bedingt.
Frauen wenden sich insgesamt häufiger als Männer an den engsten Familienkreis, wenn es um Geldthemen geht (je nach Thema 24-49 Prozent der Frauen vs. 20-37 Prozent der Männer). Rund die Hälfte der Frauen (49 Prozent) tauscht sich mit Eltern, Kindern oder Geschwistern über Lebenshaltungskosten aus (vs. 38 Prozent der Männer), fast vier von zehn (37 Prozent) Frauen thematisieren im engsten Familienkreis die Miete (vs. 29 Prozent der Männer), und mehr als ein Drittel (35 Prozent) das persönliche Einkommen (vs. 29 Prozent der Männer).
Auch Freunde/Freundinnen spielen für Frauen bei Geldfragen häufiger eine Rolle als für Männer (je nach Thema 10-39 Prozent der Frauen vs. 12-31 Prozent der Männer). So kommen Lebenshaltungskosten bei 39 Prozent der weiblichen Befragten im Freundeskreis zur Sprache, Urlaubskosten bei 27 Prozent. Bei den Männern liegen die entsprechenden Werte bei 31 bzw. 23 Prozent. Allerdings gibt es auch Themen, die Frauen im Freundeskreis eher meiden: Lediglich 19 Prozent sprechen dort über Steuern, verglichen mit 24 Prozent der Männer.
Häufigere Gesprächspartner für Männer sind Kollegen/Kolleginnen, insbesondere bei den formaleren Themen: Mehr als jeder zehnte (12 Prozent) männliche Befragte tauscht sich mit beruflichen Kontakten über Steuern aus (im Vergleich zu 9 Prozent der Frauen). Jeweils 10 Prozent sprechen im beruflichen Umfeld über Altersvorsorge und Sparen/Investieren – bei den Frauen sind es hier jeweils nur 5 Prozent.
Gen Z und Millennials reden offener über finanzielle Angelegenheiten und Probleme
Jüngere Generationen gehen insgesamt deutlich offener mit dem Thema Geld um als Ältere. Das zeigt sich insbesondere am Thema Schulden/Kredite: Lediglich rund ein Viertel der Gen Z und Millennials (24 Prozent) spricht mit niemandem über dieses Thema, im Vergleich zu 35 Prozent der Gen X und Boomer+. Doch auch die alltagsnahen Finanzthemen sind deutlich gesprächstauglicher unter jungen Menschen als in älteren Generationen, beispielsweise persönliches Einkommen (82 Prozent der Gen Z und Millennials vs. 74 Prozent der Gen X und Boomer+ sprechen mit jemandem darüber), Urlaubskosten (84 vs. 76 Prozent), Miete (77 vs. 63 Prozent) und Sparen/Investieren (78 vs. 70 Prozent).
Ein auffällig wichtiger Ansprechpartner für die junge Zielgruppe ist dabei der erweiterte Familienkreis: Sowohl beim Thema Schulden/Kredite (7 Prozent der Gen Z und Millennials, vs. 2 Prozent der Gen X und Boomer+) als auch insgesamt sind entfernte oder angeheiratete Verwandte deutlich häufigere Gesprächspartner für die jungen Generationen als für ältere Befragte (7-17 Prozent vs. 2-11 Prozent).
Eine Frage des Geldes: Weniger Austausch über Finanzen in einkommensschwächeren Haushalten
Neben alters- und geschlechtsbedingten Faktoren zeigt die Umfrage auch: Je niedriger das Einkommen, desto seltener wird überhaupt über Geld gesprochen. Während beispielsweise 66-80 Prozent der Befragten mit einem höheren Einkommen (d. h. über 200 % des Medians) mit der (Ehe-)Partnerin/dem (Ehe-)Partner sprechen, tun dies nur noch zwischen 27-37 Prozent der Befragten mit einem niedrigeren Einkommen (d. h. unter 75 % des Medians).
Vier von zehn (40 Prozent) der einkommensschwächeren Personen sprechen mit niemandem über Schulden/Kredite, fast ebenso viele (37 Prozent) nicht über Sparen/Investieren. Diese Kommunikationslücke unterstreicht nicht nur das Ungleichgewicht im Investitions-Engagement der Deutschen, sondern auch den Mangel an Austausch und Beratung in Gruppen, die finanziell mithalten oder zurückfallen.
Methode:
Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung mit YouGov Surveys wurden im Zeitraum vom 4.- 6. Mai 2026 insgesamt 2.094 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.
Definition der Generationen: Gen Z (1997 oder später), Millennials (1981-1996), Gen X (1965-1980) und Boomer+ (vor 1964).
