Aktuelle YouGov-Daten (Mai 2026) zum Thema Altersvorsorge und Rentenreform

Die Reform der Bundesregierung zur privaten Altersvorsorge (im März 2026 verabschiedet, Start zum 1. Januar 2027) wird die Riester-Rente durch ein flexibleres, kostengünstigeres und renditestärkeres Modell ablösen. Das geplante Altersvorsorgedepot ermöglicht es Sparern, in einem staatlich geförderten Depot einzuzahlen, der vollständig in Aktien, Fonds oder ETFs investiert.

Wer bereits einen Riester-Vertrag hat, kann diesen unverändert weiterführen. Dieser Bestandsschutz mag für rund jeden fünften Verbraucher nicht irrelevant sein: Laut einer YouGov-Umfrage aus dem Mai 2026 zahlen 14 Prozent der Deutschen aktuell in einen Riester-Vertrag ein, weitere 5 Prozent haben einen Riester-Vertrag, der aktuell ruht.

Beratung bleibt für Verbraucher wichtig

Mit den neuen Produkten werden Verbraucher künftig entscheiden müssen, ob sich der Wechsel vom bestehenden Vertrag in die neue Förderung lohnt, und, ob sie eine garantierte Rente oder eine Chance auf höhere Aktienrenditen bevorzugen. Laut Reform sollen Standardprodukte der neuen geförderten Altersvorsorge auch ohne Beratung abgeschlossen werden können. Wie stehen Verbraucher dazu?

Die YouGov-Umfrage zeigt, dass Deutsche eine staatlich geförderte Altersvorsorge im Allgemeinen lieber mit Beratung abschließen würden (42 Prozent) als ohne (16 Prozent). Unter Befragten, die aktuell noch nicht in Rente sind, bevorzugen 48 Prozent die Konsultation, 20 Prozent würden die Entscheidung eher selbstständig treffen.

Akzeptanz vorhanden – unter Bedingungen

Da die Beitragsgarantie wegfällt, besteht mit den geplanten Produkten die Chance auf höhere Aktienrenditen. Verbraucher, die auf Sicherheit setzen, können weiterhin geförderte Produkte mit einer 80- oder 100-prozentigen Beitragsgarantie wählen. Doch würden Verbraucher staatlich organisiertes Depot überhaupt annehmen?

Laut YouGov-Umfrage könnten sich insgesamt 52 Prozent der Deutschen grundsätzlich vorstellen, ihre private Altersvorsorge im Rahmen eines staatlichen Fonds anzulegen. Männliche Verbraucher sind diesbezüglich offener (58 Prozent) als weibliche (45 Prozent). Unter Befragten, die sich noch vor dem Renteneintritt befinden, liegt der Anteil bei insgesamt 59 Prozent. Rund 30 Prozent dieser Zielgruppe können sich eine solche Anlage nicht vorstellen.

Gleichzeitig ist eine uneingeschränkte Offenheit selten (7 Prozent). Häufig nennen die Befragten konkrete Voraussetzungen für ihre Teilnahme: Die relative Mehrheit (31 Prozent) der Zielgruppe erwartet eine verantwortungsvolle und professionelle Fondsverwaltung. Fast ebenso viele (29 Prozent) legen Wert auf niedrige und transparente Kosten.

Mit Blick auf diese Erwartungen adressiert die Reform zumindest einen zentralen Punkt: Das neue Modell soll kostengünstiger als die Riester-Rente ausgestaltet und die Gebühren auf maximal ein Prozent des Fondsvolumens pro Jahr begrenzt werden. Der bisherige Mindesteigenbeitrag von vier Prozent des Einkommens wird durch einen jährlichen Mindestbeitrag von 120 Euro ersetzt.

Neben Verwaltung und Kosten spielen bei den Verbrauchern, die sich noch vor dem Renteneintritt befinden, allerdings auch Sicherheitsbedürfnisse eine Rolle: Knapp jeder Fünfte (18 Prozent) würde nur einzahlen, wenn der Zugriff auf das angesparte Kapital gesetzlich beschränkt ist.

Die grundsätzliche Akzeptanz ist somit zwar mehrheitlich vorhanden, allerdings zeigt sich auch, dass viele Verbraucher auf die Details schauen werden, und sich in der Angelegenheit beraten lassen würden.

Die Ergebnisse dieser YouGov-Umfrage wurden auch auf den Seiten von Pfefferminzia veröffentlicht.

Methode:

Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung mit dem YouGov Omnibus aus unserem YouGov Surveys Angebot wurden im Zeitraum vom 13.05.2026 bis 18.05.2026 insgesamt 2164 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

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