Aktuelle YouGov-Daten (April 2026) zum Thema Podcast-Werbung
Podcasts gelten in der Werbelandschaft als besonders wertvolles Medium. Aufmerksamkeit wohnt ihrem Konsumerlebnis inne, was auch erklären könnte, warum der Recall von Podcast-Werbung oft deutlich höher ist als der Recall von Fernseh- oder Onlinewerbung. Wie gut sich das Format hierzulande auszahlt, belegt eine neue YouGov-Studie „Podcast ads report 2026 Germany“. Demnach sind die Interaktions- und Konversionsraten unter Podcast-Konsumenten besonders hoch – sogar unter denjenigen, die die Werbung in der Regel überspringen. Dabei hören Video-Podcast-Fans in anderen Kontexten als Audio-Podcast-Fans und sind noch besser aktivierbar.
Deutsche Podcast-Konsumenten nehmen Werbung häufiger aktiv wahr – und werden häufig aktiv
Laut aktueller YouGov-Studie werden Podcasts hierzulande deutlich seltener übersprungen oder ausgeblendet als in den 12 weiteren von YouGov untersuchten Märkten. Fast zwei von zehn (18 Prozent) deutsche Podcast-Konsumenten sagen, dass sie sich Podcast-Werbung üblicherweise anhören bzw. ansehen – im Vergleich zu nur 8 Prozent der Befragten in den USA und 4 Prozent der Befragten in Großbritannien.
Zwar bleibt damit insgesamt eine Mehrheit, die Podcast-Werbung gelegentlich (26 Prozent) oder üblicherweise (36 Prozent) überspringt. Das Ausblenden von Werbung hat laut Studie jedoch nicht unbedingt einen negativen Einfluss auf die Konversion.
Insgesamt 85 Prozent der gelegentlichen “Ad-Skipper” unter den Podcast-Konsumenten reagieren nach eigenen Angaben mit einer Conversion-Aktion (wie bspw. der Online-Suche nach dem Produkt) – fast gleich viele (80 Prozent) wie diejenigen, die sich die Werbung üblicherweise anhören. Auch die Mehrheit (58 Prozent) der üblichen “Ad-Skipper” berichtet von einer Reaktion auf die Werbung.
Diese Ergebnisse zeigen, dass auch eine geringere Werbekontaktfrequenz im Podcast-Kontext eine hohe Wirkung hat und, dass die Skip-Funktion nicht zwangsläufig eine geringere Reichweite bedeutet. Darüber hinaus könnte das Verhalten darauf hindeuten, dass die Möglichkeit, Werbung zu überspringen, Irritationen und negative Assoziationen verringert, da die Werbung weniger aufdringlich wird und so eine positivere Interaktion gefördert wird.
Podcast-Werbung stößt auf weniger Misstrauen als die meisten anderen Formate – Radio und Musik aber auf mehr Vertrauen
Im Vergleich mit anderen Audio-Medien fällt vor allem auf: Das Vertrauen in das Format erklärt kaum die Werbewirkung.
Zwar weckt Podcast-Werbung im Vergleich zu anderen digitalen Formaten unter deutschen Medienkonsumenten nur geringes Misstrauen (38 Prozent): Fast die Hälfte (49 Prozent) der Befragten misstraut Werbung auf Videoplattformen, 53 Prozent misstrauen Internet-/ Displaywerbung, und fast drei von fünf misstrauen Werbung in sozialen Medien (57 Prozent). Jedoch genießen Radio- und Musik-Streaming-Werbung insgesamt das größte Vertrauen (32 Prozent, im Vergleich zu nur 17 Prozent bei Podcast-Werbung).
Trotzdem liegt die Konversionsrate von Podcast-Konsumenten bei durchschnittlich 70 Prozent, die von Radio-Hörern bei 66 Prozent, und die von Musik-Streaming-Nutzern bei 64 Prozent.
Lediglich rund zwei von zehn (22 Prozent) Podcast-Konsumenten empfinden native Werbeeinblendungen ("Host-Read Ads") bzw. Empfehlungen der Moderatoren als vertrauenswürdig, 16 Prozent Sponsoren-Nennungen und 14 Prozent vorab aufgezeichnete Markenwerbespots.
Video-Podcast-Fans sind überdurchschnittlich empfänglich für Werbeimpulse
Laut Studie hört etwas weniger als die Hälfte der Deutschen heute Audio-Podcasts (44 Prozent), 38 Prozent schauen Video-Podcasts. Rund ein Drittel (32 Prozent) der Deutschen hört / schaut beides.
Damit konsumiert insgesamt die Hälfte der Deutschen (50 Prozent) Podcasts, ein geringerer Anteil als in anderen Ländern. Getrieben wird die Nutzung hierzulande allerdings von den jüngeren, werberelevanten Zielgruppen.
Das Zielgruppenverständnis ist für Werbetreibende entscheidend: Befragte, die Video-Podcasts bevorzugen zeigen eine besonders hohe Werbeinteraktion. In welch unterschiedlichen Hörkontexten Video- und Audio-Podcast-Fans die Formate konsumieren, welche Genres sie jeweils bevorzugen, und mit welchen Conversion-Aktionen die Befragten auf Werbung reagieren, lesen Sie u. a. im „Podcast ads report 2026 Germany“ (in englischer Sprache).
Methode:
Die multiregionale Online-Umfrage mit YouGov Surveys wurde vom 13. März 2026 bis 1. April 2026 mit 1.000 Befragten in Deutschland durchgeführt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren. Analysen für 12 weitere Märkte sind verfügbar: Kanada, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Hongkong, Italien, Mexiko, Polen, Singapur, Spanien, Vereinigte Arabische Emirate und die USA.
Definition der Generationen: Gen Z (1997 oder später), Millennials (1981-1996), Gen X (1965-1980) und Boomer+ (vor 1964).
