Aktuelle YouGov-Daten (Juni 2026) zum Thema Musikfestivals

Rund 1.800 Musikfestivals konkurrieren heute in Deutschland miteinander. Während die Branche vor Herausforderungen steht – wie höhere Künstlergagen und Produktionskosten, die auch durch stark gestiegene Ticketpreise nicht gedeckt sind – ist die Festival-Nachfrage in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.

Doch wer sind die Menschen hinter dem Festival-Boom? Neue YouGov-Daten geben Einblicke in Reichweite und Besuchergruppen, und zeigen, welche Erwartungen insbesondere regelmäßige Festivalbesucher an die Events stellen.

Rund jeder fünfte Deutsche hat in den vergangenen 12 Monaten ein Musikfestival besucht

Langzeitdaten des Zielgruppenanalysetools YouGov Profiles zeigen, dass Musikfestivals in den letzten Jahren eine immer größere Reichweite erzielt haben. Im Juni 2026 lag der Anteil der deutschen Bevölkerung, der angab, innerhalb der letzten zwölf Monate ein Festival besucht zu haben, bei 21 Prozent, gegenüber 19 Prozent im Juni 2025 und 16 Prozent im Juni 2024. Das Festivalpublikum hierzulande ist damit in den vergangenen drei Jahren um rund fünf Prozentpunkte gewachsen.

Die steigende Nachfrage der letzten Jahre spiegelt sich auch in der aktuellen Besuchsabsicht der Verbraucher wider: Laut YouGov Profiles plant ein knappes Viertel (23 Prozent) Deutschen, in den nächsten zwölf Monaten ein Musikfestival zu besuchen.

Rund 7 Prozent der künftigen Festivalbesucher zum ersten Mal dabei

Bei den künftigen potenziellen Besuchern handelt es sich überwiegend um erfahrene Festivalgänger. Die relative Mehrheit (42 Prozent) von ihnen würde sich selbst als gelegentliche Musikfestivalbesucher beschreiben, und etwas mehr als ein Zehntel (14 Prozent) besuchen nach eigenen Angaben regelmäßig Musikfestivals.

Gleichzeitig werden auch weniger aktive Fans mobilisiert: 36 Prozent der künftigen Festivalbesucher geben an, nur selten Musikfestivals zu besuchen und 7 Prozent zählen sich bislang gar nicht zur Festival-Community (“Ich besuche nie Festivals”).

Regelmäßige Festivalbesucher sind ausgabebereit und mögen exklusive Fanerlebnisse

Insgesamt besuchen knapp 3 Prozent der Deutschen regelmäßig Festivals. Was zeichnet diese Zielgruppe aus und worauf legt sie Wert?

Regelmäßige Festivalbesucher stecken viel Geld in ihr Hobby: Für das größte Musikfestival, das sie innerhalb der vergangenen zwölf Monate besucht haben, gab die Zielgruppe am häufigsten zwischen 300 und 400 Euro aus (21 Prozent). Unter allen Besuchern lagen die Ausgaben dagegen meist zwischen 100 und 200 Euro (20 Prozent). Zudem investierte ein Viertel (25 Prozent) der regelmäßigen Festivalbesucher sogar mehr als 500 Euro – mehr als doppelt so viele wie insgesamt (11 Prozent).

Die hohen Ausgaben der regelmäßigen Besucher dürften nicht allein auf Reisekosten zurückzuführen sein, sondern auch auf die Bereitschaft, in ein umfassendes Festivalerlebnis zu investieren. Zwar geben zwei Drittel (66 Prozent) der regelmäßigen Besucher an, dass ihnen lange Anfahrtswege egal sind, solange sie ihr Lieblingsfestival besuchen können. Doch die Zielgruppe legt vor allem Wert auf exklusive Vor-Ort-Angebote. Mehr als vier von zehn (42 Prozent) halten einen VIP-Zutritt, worunter bspw. Sonderplätze oder Meet-&-Greet-Angebote fallen, für (sehr) wichtig – mehr als doppelt so viele wie in der Gesamtbevölkerung (17 Prozent). Auch Merchandise spielt für die Zielgruppe eine zentrale Rolle: Für 58 Prozent ist der Kauf von Fanartikeln ein wichtiger Bestandteil des Festivalerlebnisses. Dies deutet darauf hin, dass regelmäßige Besucher Musikfestivals nicht nur intensiv konsumieren, sondern auch ihre Verbundenheit mit den Events nach außen tragen.

Nicht nur etablierte Headliner zählen – Hard-Rock-Szene im Vorteil

Musikfestivals waren historisch oft eines der wichtigsten Karriere-Sprungbretter für Newcomer Acts. Die Möglichkeit, neue Musik zu entdecken, ist etwas, das reguläre Festivalbesucher an Musikfestivals auch heute besonders schätzen. Mehr als drei Viertel (77 Prozent) von ihnen betrachten Festivals als eine gute Gelegenheit dafür – ein deutlich höherer Anteil als in der Gesamtbevölkerung (44 Prozent).

Insbesondere die Hard-Rock-Szene scheint von regelmäßigen Festivalbesuchern zu profitieren: Fast vier von zehn Befragte der Zielgruppe, planen innerhalb der nächsten 12 Monate den Besuch eines Hard-Rock-Musikfestivals, im Vergleich zu 23 Prozent der Gesamtbevölkerung. Damit ist Hard Rock das beliebteste Genre unter regelmäßigen Festivalbesuchern. Während Pop zwar das insgesamt beliebteste Musikfestivalgenre hierzulande ist, hat die Szene eine weniger fest etablierte Kernfangemeinschaft (28 Prozent der regelmäßigen Festivalbesucher plant den Pop-Musikfestivalbesuch vs. 32 Prozent der Gesamtbevölkerung).

Erstmarkt relevanteste Bezugsquelle für Tickets

Für Ticketbuchungen orientierten sich die regelmäßigen Festivalbesucher innerhalb der letzten 12 Monate überwiegend an der Webseite des Festivals (56 Prozent). Weniger als die Hälfte (44 Prozent) der Zielgruppe buchte direkt auf Ticketpartner-Webseiten oder in Apps von Ticketdienstleistern wie Eventim oder Ticketmaster. Lediglich rund drei von zehn (31 Prozent) buchten via Ticketbörsen für den Weiterverkauf oder Tausch von Tickets wie Fansale, Viagogo oder TicketSwap (31 Prozent). Dies zeigt auch, dass ein (früh) gesichertes Ticket vom offiziellen Erstmarkt für diese Gruppe entscheidend ist. Insbesondere der Ticketzweitmarkt steht wegen Ticketwuchern oft in der Kritik. Allerdings: Auch die großen Erstverkaufspartner verlangen oft hohe Vorverkaufs- und Servicegebühren.

Methode:

YouGov Profiles basiert auf einer kontinuierlich erhobenen Datenquelle aus fortlaufenden Online-Umfragen mit registrierten YouGov-Panelteilnehmern. Datensätze werden wöchentlich aktualisiert und umfassen jeweils 52 Wochen. Die Erhebung wird nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 18 Jahren. Ausgewertete Datensätze vom 14.06.2026, 08.06.2025 und 09.06.2024.

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