Aktuelle YouGov-Daten zum Thema Quick Commerce für den täglichen Bedarf
Die Milch, Zahnpasta oder das Katzenfutter in Minuten bestellt und nach Hause geliefert – was bei Restaurantbestellungen längst Normalität ist, hat sich in den vergangenen Jahren auch in Bereichen des Einzelhandels etabliert. Mit Anbietern wie Flink, Wolt, Knuspr (Amazon), Uber Eats oder Lieferando hat sich Quick Commerce jenseits der Take-Away-Branche spürbar weiterentwickelt. Aktuelle YouGov-Daten zeigen: Bekanntheit, Nutzung und Relevanz des Konzepts wachsen.
Quick Commerce: Vom Restaurantessen zum Supermarkteinkauf
Sie bedienen das moderne Verbraucherbedürfnis nach Bequemlichkeit, maximaler Schnelligkeit und On-Demand-Verfügbarkeit: Schnell-Lieferdienste für Lebensmittel und den täglichen Bedarf, die innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden direkt an die Haustür liefern.
Das Berliner Unternehmen Flink bietet seit Ende 2020 einen eigenen Quick-Commerce-Dienst für Supermarktartikel in rund 100 deutschen Städten an. Dem Trend folgten 2021 nicht nur die Essenslieferdienste Wolt und Lieferando, die neben Restaurantgerichten heute auch frische Einkäufe, Drogerieartikel, sowie teilweise Elektronik und Spielwaren vermitteln. Auch der Konkurrent Uber Eats brachte sein internationales Konzept, neben der Gastronomie auch lokale Händler anzubinden, im Mai 2021 direkt mit auf den deutschen Markt. Im Laufe des Jahres 2022 wurde das Angebot stark ausgebaut. Über Amazon gibt es mit Knuspr seit 2024 in Berlin, im Großraum München sowie im Rhein-Main-Gebiet einen Schnell-Bringdienst für den täglichen Bedarf.
Für ihr Geschäftsmodell arbeiten die Plattformen mit Supermarktketten, lokalen Kiosken, sowie teilweise mit Apotheken und Fachmärkten zusammen. Das Angebot hängt stark vom genauen Standort und der lokalen Verfügbarkeit ab.
Fast zwei von fünf Deutschen nutzen Schnell-Lieferdienste für den täglichen Bedarf
Wie eine aktuelle YouGov-Umfrage zeigt, sind Bekanntheit und Nutzung der Angebote hierzulande alles andere als eine Nische: Insgesamt 37 Prozent der deutschen Verbraucher nutzen Schnell-Lieferdienste für Lebensmittel heute zumindest gelegentlich. Zum Vergleich: Insgesamt rund drei von fünf (62 Prozent) Verbrauchern in Deutschland lassen sich Essen/Restaurantbestellungen über Lieferdienste nach Hause liefern. Quick Commerce für den täglichen Bedarf holt also spürbar auf.
Insgesamt 22 Prozent der Befragten nutzen Schnell-Lieferdienste für Lebensmittel bzw. für Supermarktartikel des täglichen Bedarfs mindestens einmal im Monat, 16 Prozent seltener als einmal im Monat.
Je jünger die Verbraucher, desto häufiger die Nutzung. Unter den 18- bis 24-Jährigen liegt die Gesamtnutzung bei 60 Prozent – hier bestellen sogar insgesamt 23 Prozent mindestens einmal pro Woche: 10 Prozent einmal wöchentlich, weitere 10 Prozent mehrmals wöchentlich und 3 Prozent täglich. In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen liegt die Nutzung bei insgesamt 55 Prozent, unter den 35- bis 44-Jährigen bei 46 Prozent.
Lediglich 16 Prozent der deutschen Verbraucher haben noch nie von Schnell-Lieferdiensten für Lebensmittel bzw. Supermarktartikel des täglichen Bedarfs gehört.
Bekanntheit von Flink hat sich seit 2021 verdoppelt
Wie stark die Bekanntheit der Angebote hierzulande zugenommen hat, zeigen auch Langzeitdaten des Markenmonitors YouGov BrandIndex. Seit 2021 ist die Bekanntheit von Flink unter deutschen Verbrauchern kontinuierlich gestiegen und hat sich innerhalb der letzten fünf Jahre insgesamt mehr als verdoppelt – von 18,1 Prozent auf 36,5 Prozent im aktuellen Jahresdurchschnitt.
Damit ist Flink hierzulande bekannter als der Restaurant- und Lebensmittellieferdienst Wolt, der auf 33,7 Prozent kommt. In den Jahren 2023 und 2024 war Flink zudem bekannter als Uber Eats – heute liegt der US-amerikanische Mitbewerber deutlich vor Flink (50,4 Prozent).
Flink ist heute genauso relevant wie Uber Eats
Wenn es um die konkrete Auswahl im Kaufprozess geht, schneidet Flink vergleichsweise stark ab. Zwischen 2021 und 2026 wuchs der Anteil der deutschen Verbraucher, die Flink bei ihrem nächsten Einkauf in Betracht ziehen würden von 3,6 auf 6,5 Prozent. Damit ist der Lebensmittellieferdienst heute gleich relevant wie das kombinierte Angebot von Uber Eats (6,9 Prozent Consideration).
Wolt kommt dahingegen für rund 3 Prozent der deutschen Verbraucher in Frage – der Wert ist seit 2023 relativ stabil geblieben.
Lieferando dominiert das Feld mit Consideration-Werten von rund 20 Prozent im Beobachtungszeitraum.
Zur Methode:
Die Ergebnisse basieren auf einer YouGov "Frage des Tages" sowie auf Daten des Markenmonitors YouGov BrandIndex. Die Umfragen werden online mit registrierten Panel-Teilnehmern erhoben. Die Erhebung wird nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 18 Jahren. Für die "Frage des Tages" wurden am 8. September 2026 insgesamt 3.530 Personen in Deutschland ab 18 Jahren befragt. YouGov BrandIndex erfasst täglich die Verbraucherwahrnehmung von mehr als 1.500 Marken in Deutschland anhand 16 Metriken.
Foto: Sina Schuldt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++



