Aktuelle YouGov Studie "Frische im LEH – der Thekenkompass"
Frischetheken sind für den Lebensmitteleinzelhandel weit mehr als nur ein Verkaufskanal: Sie prägen die Wahrnehmung von Qualität, Frische und Vertrauen in einen Markt. Doch während ihre emotionale Bedeutung hoch bleibt, verändert sich das Nutzungsverhalten der Konsumenten. Das zeigt die aktuelle Studie „Frische im LEH – Der Thekenkompass" von YouGov Shopper.
Hohe Relevanz – aber sinkende Reichweite
83 Prozent der Befragten sehen Frischetheken als zentral für das wahrgenommene Qualitäts- und Frischeniveau einer Einkaufsstätte an. 81 Prozent bewerten sie als wichtig für den Gesamteindruck des Sortiments und 78 Prozent für das Vertrauen in den Markt.
Diese große Bedeutung geht sogar über die tatsächliche Nutzung hinaus: Selbst unter Nicht-Käufern wird die Frischetheke von knapp der Hälfte als relevant für Qualität und Frische wahrgenommen. Gleichzeitig zeigen Daten aus dem YouGov Shopper Panel eine klare Herausforderung: Die Käuferzahlen sinken um 2,5 Prozent (MAT März 2026 vs. MAT März 2022), die Anzahl der Einkaufstrips geht um 1,6 Prozent zurück.
Vom Standardeinkauf zum Anlass-Shopping
Die Studie belegt einen strukturellen Wandel: Frischetheken werden zunehmend für gezielte Kaufanlässe genutzt – etwa für geplante Mahlzeiten oder, wenn Gäste kommen. Die Theke übernimmt damit zunehmend die Rolle eines „Mehrwert- und Inspirationsmoduls" statt eines reinen Versorgungskanals. Zentrale Kaufmotive sind u.a. Frische, Auswahl oder Qualität.
Kategorien mit unterschiedlichen Rollen
Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Thekenbereichen: Fleisch und Wurst dominieren mit 50 bzw. 33 Prozent Umsatzanteil (MAT März 2026). Bei Käse liegt der Anteil bei 9 Prozent, Fisch und Feinkost kommen jeweils auf 4 Prozent Umsatzanteil.
An der Fleischtheke werden vor allem klassische Fleischarten, wie Rind und Schwein, sowie flexibel anwendbare Standardprodukte, wie Hackfleisch, gekauft. Bei Käse kaufen Verbraucher einerseits alltagstaugliche Sorten, andererseits spielen besondere Spezialitäten eine wichtige Rolle.
Klare Zielgruppe: Qualitäts- und genussorientiert
Frischethekenkäufer sind überdurchschnittlich älter (Babyboomer und darüber), leben häufiger in kleineren Haushalten und verfügen über höhere Einkommen. Sie legen deutlich mehr Wert auf Qualität als auf den Preis, bevorzugen regionale Produkte und kochen häufiger täglich warm.
„Unsere Studienergebnisse zeigen deutlich: Frischetheken haben nach wie vor eine zentrale Bedeutung für die Wahrnehmung eines Marktes – aber ihre Rolle verändert sich grundlegend. Sie werden weniger für den alltäglichen Standardeinkauf genutzt, dafür umso mehr für besondere Anlässe und bewusste Genussmomente. Für Händler bedeutet das: Die Theke muss neu gedacht werden – nicht als Massenkanal, sondern als Qualitäts- und Inspirationsmodul. Unsere Analyse liefert dafür die notwendige Datengrundlage und zeigt auf, wo die größten Potenziale liegen."
Weitere Insights der Studie
Die Studie „Frische im LEH – Der Thekenkompass" liefert darüber hinaus detaillierte Erkenntnisse zum Wettbewerbsverhältnis zwischen Frischetheke und Selbstbedienung. Zudem enthält die Studie konkrete Handlungsempfehlungen für Händler zur strategischen Positionierung der Theke.
Die Studie "Frische im LEH – der Thekenkompass" von YouGov kann hier erworben werden.
