Eine neue YouGov Analyse zeigt: Emotionen sind messbar – und bei Eismarken der wichtigste Wachstumstreiber. Ben & Jerry's, Magnum, Solero, Mövenpick und Nuii im Vergleich.
Was bringt Menschen dazu, eine Eismarke zu kaufen und weiterzuempfehlen? Die Antwort liegt tiefer als gedacht – nämlich im Unterbewusstsein. Eine aktuelle YouGov-Untersuchung hat die emotionalen Assoziationen von fünf beliebten Eismarken analysiert und dabei eine überraschend klare Erkenntnis gewonnen:
Gute Laune schlägt Produkteigenschaften
Mithilfe eines impliziten Tests, der unbewusste Verknüpfungen im Gehirn misst, wurde untersucht, welche Assoziationen die Markenstärke am stärksten beeinflussen. Das Ergebnis: Marken, die spontan mit positiven Emotionen wie „gut gelaunt fühlen", „getröstet und geborgen fühlen" oder „erfrischt und entspannt fühlen" verbunden werden, haben eine deutlich höhere Kauf- und Weiterempfehlungsbereitschaft.
Ben & Jerry's: Emotion als Schlüssel zum Wachstum
Ein besonderer Fall ist Ben & Jerry's. Für keine andere Marke im Vergleich sind positive Gefühle ein so starker Erfolgstreiber. Gleichzeitig sind diese emotionalen Assoziationen bei Ben & Jerry's aktuell am schwächsten ausgeprägt – was auf ein enormes, noch ungenutztes Wachstumspotenzial hindeutet.
Wie man Emotionen messbar macht
Die Studie zeigt, dass sich selbst unbewusste Gefühle wissenschaftlich erfassen lassen. Mit einem sogenannten Impliziten Assoziationstest werden spontane Verknüpfungen zwischen Marken und Emotionen gemessen – schneller, als der bewusste Verstand reagieren kann. Die Ergebnisse werden anschließend mit statistischen Modellen ausgewertet, die zeigen, welche Assoziationen tatsächlich zu Markenwachstum führen.
Die zentrale Botschaft für Eismarken: Wer künftig wachsen will, sollte weniger über funktionale Eigenschaften sprechen – und stärker daran arbeiten, positive Emotionen mit seiner Marke zu verknüpfen. Denn am Ende entscheidet nicht der Kopf, sondern das Herz.
„Emotionen sind einer der wichtigsten Treiber von Marken-Performance und gleichzeitig einer der am schwierigsten messbaren. Implizite Forschung macht sichtbar, welche Gefühle tatsächlich mit einer Marke verknüpft sind und welchen Einfluss sie auf Kaufverhalten und Markenwert haben. Unsere Ergebnisse zeigen, dass positive Emotionen wie Freude, Genuss oder Geborgenheit zu den stärksten Performance-Treibern im Eismarkt gehören, von den Marken heute jedoch noch nicht konsequent aktiviert werden. Gleichzeitig sehen wir bei der Preisakzeptanz deutliche Unterschiede zwischen expliziten und impliziten Ergebnissen: Emotional sind Konsumenten oft bereit, einer Marke einen höheren Wert zuzuschreiben, als sie in Befragungen angeben. Besonders bei Ben & Jerry’s zeigt sich dieses bislang ungenutzte Potenzial. Die Marke verfügt über eine höhere implizite Wertigkeit, als klassische Marktforschung vermuten lässt. Wer Emotionalität richtig misst und gezielt stärkt, kann daraus einen echten Performance-Hebel machen.“
Über die Studie:
Untersucht wurden die Eismarken Ben & Jerry's, Magnum, Solero, Mövenpick und Nuii. Die Analyse kombiniert implizite Marktforschung mit modernen statistischen Verfahren, um zu ermitteln, welche unbewussten Assoziationen den größten Einfluss auf Kaufentscheidungen haben.
Die Befragung wurde vom 22. Juni bis 1. Juli 2026 durchgeführt. Insgesamt wurden 2.000 Personen in Deutschland und 600 Personen in der Deutschschweiz befragt. Alle Befragten hatten mindestens im letzten Monat Eiscreme bzw. Glace gekauft. Die Begriffe Eiscreme und Glace wurden je nach Land separat abgefragt.
Einen detaillierteren Artikel mit den Ergebnissen der Studie können Sie hier einsehen.
