Zur Wahlabsicht im September 2026, zur Wahrnehmung der AfD und zur Brandmauer
Eine Woche nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fällt CDU/CSU auf ein historisches Tief in der YouGov Sonntagsfrage: Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden aktuell 18 Prozent CDU/CSU wählen. Das sind 2 Prozentpunkte weniger als im August. Die AfD bleibt stärkste Partei und kommt jetzt auf 29 Prozent, dies bedeutet ein Plus von 1 Prozentpunkt gegenüber dem Vormonat.
Die Grünen gewinnen 1 Prozentpunkt hinzu und kommen jetzt auf 16 Prozent. So stark notierten die Grünen zuletzt im Mai 2023. Die SPD stabilisiert sich und kommt auf 13 Prozent, 1 Prozentpunkt mehr als im August. Die Linke verliert dagegen 2 Prozentpunkte und kommt im September auf 10 Prozent.
Die FDP bleibt unverändert bei 5 Prozent. Das BSW gewinnt 1 Prozentpunkt hinzu und liegt jetzt bei 4 Prozent. Sonstige Parteien kommen auf 5 Prozent.
Das ist das Ergebnis der aktuellen YouGov-Sonntagsfrage, für die 1.787 von insgesamt 2.161 wahlberechtigten Befragungsteilnehmerinnen und -teilnehmern ihre Wahlabsicht angegeben haben. Die Wahlabsicht gehört laut DSGVO zu den sensiblen personenbezogenen Daten und kann aus diesem Grund in YouGov-Umfragen übersprungen werden. Die Befragung fand zwischen dem 11. und 14.09.2026 statt. Die Fehlertoleranz für die Sonntagsfrage (n=1.787) beträgt für einen Anteilswert von 50 Prozent +/- 2,32 Prozentpunkte und für einen Anteilswert von 5 Prozent +/- 1,01 Prozentpunkte.
Die Mehrheit hält die AfD weiterhin für rechtsextrem
Trotz des Erfolgs der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hält die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger die AfD für rechtsextrem. 59 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sind der Meinung, dass die AfD eine rechtsextreme Partei ist, 30 Prozent sind nicht dieser Meinung. 11 Prozent sind unentschieden.
Wählerinnen und Wähler der Grünen (97 Prozent), SPD (89 Prozent) und von Die Linke (82 Prozent) sind ganz überwiegend der Ansicht, dass die AfD eine rechtsextreme Partei ist. Das Meinungsbild unter Wählerinnen und Wählern von CDU/CSU ist im Vergleich weniger ausgeprägt, aber noch immer deutlich: 69 Prozent halten die AfD für rechtsextrem, 22 Prozent für nicht rechtsextrem. 9 Prozent sind unentschieden. Unter AfD-Wählerinnen und -Wählern halten dagegen 88 Prozent die AfD für nicht rechtsextrem. 4 Prozent sind der Meinung, die Partei sei rechtsextrem und 8 Prozent sind unentschieden.
Im Vergleich zu Mai 2025 (09. bis 12.05.2025) hat sich die Meinung der Öffentlichkeit nicht verändert: Damals waren 61 Prozent der Meinung, dass die AfD rechtsextrem ist. 29 Prozent waren der Ansicht, dass die AfD nicht rechtsextrem ist und 10 waren unentschieden.
Bürgerinnen und Bürger überdenken die Brandmauer
Während sich die Einschätzung der AfD nicht verändert hat, verändern Bürgerinnen und Bürger ihre Sicht auf die Brandmauer. Im September sind 51 Prozent der Meinung, dass die anderen Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht grundsätzlich ausschließen sollten. 40 Prozent sind der Ansicht, dass die anderen Parteien eine Zusammenarbeit ausschließen sollten, 9 Prozent sind unentschieden.
Im Vergleich zu August 2026 (28. bis 31.08.2026) hat sich das Meinungsbild zur Brandmauer verändert: Damals waren 44 Prozent der Meinung, dass die anderen Parteien eine Zusammenarbeit nicht grundsätzlich ausschließen sollten. 46 Prozent wollten dagegen, dass die anderen Parteien eine Zusammenarbeit grundsätzlich ausschließen. 10 Prozent waren unentschieden.
Die Brandmauer spalten die Anhängerschaften: Wählerinnen und Wähler von SPD (grundsätzlich ausschließen: 71 Prozent, nicht grundsätzlich ausschließen: 22 Prozent), den Grünen (grundsätzlich ausschließen: 76 Prozent, nicht grundsätzlich ausschließen: 15 Prozent) und von Die Linke (grundsätzlich ausschließen: 73 Prozent, nicht grundsätzlich ausschließen: 18 Prozent) sind mehrheitlich der Meinung, dass andere Parteien eine Zusammenarbeit ausschließen sollten. Unter Wählerinnen und Wählern von CDU/CSU gibt es dagegen keine Mehrheit für die Brandmauer (grundsätzlich ausschließen: 38 Prozent, nicht grundsätzlich ausschließen: 55 Prozent). Erwartungsgemäß lehnen Wählerinnen und Wähler der AfD die Brandmauer ab (grundsätzlich ausschließen: 3 Prozent, nicht grundsätzlich ausschließen: 94 Prozent).
Zum methodischen Vorgehen:
Diese Umfrage wurde von YouGov Deutschland als Eigenstudie im YouGov Omnibus Politik durchgeführt. Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des unternehmenseigenen YouGov Panels. Die Mitglieder des Panels haben der Teilnahme an Online-Interviews zugestimmt. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 11. bis 14.09.2026 insgesamt 2.161 Personen in einer repräsentativen Stichprobe, quotiert nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region, politischem Interesse und Wahlverhalten, befragt. Die Stichprobe bildet die Wahlberechtigten Deutschlands ab 18 Jahren hinsichtlich dieser Quotenmerkmale ab. Die Fehlertoleranz für die Gesamtstichprobe (n=2.161) beträgt für einen Anteilswert von 50 Prozent +/- 2,11 Prozentpunkte und für einen Anteilswert von 5 Prozent +/- 0,92 Prozentpunkte.
Weiterführende Informationen finden Sie hier:
- Ergebnisse inkl. Erklärung der Methodik
- Informationen zum YouGov Omnibus Politik
- FAQ zur Wahlforschung bei YouGov
Foto: Michael Kappeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++





