Das zweite YouGov Schweiz Stimmungsbarometer zu den eidgenössischen Abstimmungen am 27. September 2026
Rund fünfeinhalb Wochen vor den eidgenössischen Abstimmungen vom 27. September verdichten sich die Anzeichen für eine Ablehnung beider Vorlagen. Das zweite YouGov Schweiz Stimmungsbarometer zeigt, dass sowohl die Neutralitäts- als auch die Ernährungsinitiative derzeit keine Mehrheit in Aussicht haben.
Für die Umfrage wurden zwischen dem 3. und 17. August insgesamt 3’080 Personen aus dem Online-Panel von YouGov Schweiz befragt. Die Ergebnisse zeigen, wie sich das Stimmungsbild seit dem ersten Stimmungsbarometer von Ende Juli entwickelt hat.
Das Wichtigste in Kürze: Ablehnungen werden wahrscheinlicher
Während die Ergebnisse im Juli aufgrund des hohen Anteils unentschlossener Stimmberechtigter noch weitgehend offen waren, zeichnet sich inzwischen ein klareres Bild ab. Würde heute bereits abgestimmt, läge der Ja-Anteil für die Neutralitätsinitiative nahezu unverändert bei 41 Prozent (+ 1 Punkt im Vergleich zum Juli). Das Nein-Lager ist dagegen um etwa 12 Punkte auf 50 Prozent gewachsen. 9 Prozent können oder wollen sich auch jetzt noch nicht festlegen.

Noch deutlicher ist die Entwicklung bezüglich der Ernährungsinitiative. Hier ist der Zuspruch um 2 Punkte auf 37 Prozent zurückgegangen, während das Nein-Lager nun auf 52 Prozent kommt (43 Prozent im Juli). 11 Prozent sind nach wie vor unentschlossen.

Auch unter Berücksichtigung der statistischen Unsicherheit liegen die geschätzten Ja-Anteile beider Vorlagen derzeit klar unter der für eine Annahme erforderlichen Mehrheit. Noch deutlicher wird das Stimmungsbild durch einen Blick in die Kantone. Nur im Tessin würde aktuell eine eindeutige Mehrheit für die Neutralitätsinitiative stimmen. Der Ja-Anteil der Ernährungsinitiative läge momentan in gar keinem Kanton klar über 50 Prozent.
Die Motive hinter den Abstimmungsabsichten der Stimmbevölkerung zur Neutralitätsinitiative verlaufen dabei insbesondere entlang zwei verschiedener Sichtweisen, was die Schweizer Neutralität ausmachen soll. Im Falle der Ernährungsinitiative bildet die Frage, inwieweit staatliche Regulierung die Ernährungsgewohnheiten lenken soll, die hauptsächliche Konfliktlinie.
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Ausführliche Ergebnisse
Um was geht es in den nächsten Abstimmungen?
Am 27. September entscheidet die Schweiz über zwei Volksinitiativen. Die Neutralitätsinitiative der SVP-nahen Organisation «Pro Schweiz» fordert eine strengere Auslegung und verfassungsrechtliche Verankerung der Schweizer Neutralität. Die Ernährungsinitiative des Vereins «Sauberes Wasser für alle» verlangt, dass mehr Lebensmittel in der Schweiz hergestellt werden und sich die Produktion stärker auf pflanzliche Ernährung ausrichtet.
Wahrnehmungen der Initiativen nahezu unverändert, Informationsstand weiterhin gering
Während sich die Abstimmungsabsichten in den letzten Wochen merklich verschoben haben, fühlt sich knapp ein Drittel (32 Prozent) der Befragten weiterhin nicht gut über die Abstimmung über die Neutralitätsinitiative informiert. Bei der Ernährungsinitiative sind es sogar noch 38 Prozent. Beinahe ebenso gross sind die Anteile derjenigen, die noch immer nicht mit den Inhalten der Abstimmungen in Kontakt gekommen sind. Dies deutet darauf hin, dass die Meinungsbildung in der Bevölkerung noch nicht abgeschlossen ist und sich die Kräfteverhältnisse bis zum Abstimmungstag weiter verschieben können.

Der weiterhin begrenzte Informationsstand dürfte mit ein Grund dafür sein, dass sich die Wahrnehmung der beiden Vorlagen seit Juli kaum verändert hat. Die Neutralitätsinitiative wird weiterhin als deutlich wichtiger und ein wenig komplexer als die Ernährungsinitiative bewertet.


Parteiaffinität zentral für Abstimmungsabsicht
Wenig Veränderung zeigt sich auch beim Einfluss demografischer Faktoren auf die Abstimmungsabsichten. Die Meinungen von Männern und Frauen ähneln sich weiterhin bei beiden Initiativen sehr, wobei letztere eine etwas höhere Zustimmungsrate zur Ernährungsinitiative aufweisen. Auch zwischen den Altersgruppen variieren die Ja-Anteile sehr wenig. Der auffälligste Unterschied diesbezüglich besteht darin, dass der Anteil der noch Unentschlossenen in den älteren Gruppen deutlich tiefer ausfällt und dafür die Nein-Anteile steigen.


Deutlich aussagekräftiger als soziodemografische Merkmale ist weiterhin die politische Parteibindung. Während unter den Anhängerinnen und Anhängern von Grünen, SP und GLP der Nein-Anteil zwischen 76 und 81 Prozent liegt, würden 76 Prozent der SVP-Wählerschaft für die Annahme stimmen. Zwar fällt die Zustimmung im bürgerlichen Lager höher aus als auf der linken Seite des politischen Spektrums, doch auch dort überwiegt aktuell die Ablehnung deutlich.
Die Zustimmung zur Ernährungsinitiative wächst hingegen nicht ganz so eindeutig von links nach rechts, obwohl die Grünen weiterhin die einzige Partei sind, deren Anhängerschaft mehrheitlich für die Initiative stimmen würde. Auffällig ist jedoch, dass die Abstimmungsabsichten der Wählerinnen und Wähler der GLP eher denen der SVP ähneln. Die höchsten Ablehnungsraten finden sich dagegen im Lager um die Mitte und FDP.
Differenzierte Einblicke dank kantonaler Schätzungen
Mithilfe unseres MRP-Modells lassen sich die aktuellen Abstimmungsabsichten nicht nur auf nationaler, sondern auch auf kantonaler Ebene schätzen. Dabei fliessen sowohl die individuellen Angaben der Befragten als auch strukturelle Unterschiede zwischen den Kantonen in die Berechnungen ein. Auf diese Weise können selbst für bevölkerungsärmere Kantone aussagekräftige Schätzungen vorgenommen werden.
Die Ergebnisse sind jedoch nicht als exakte Prognosen einzelner Kantonsresultate zu verstehen. Vielmehr ermöglichen sie es, regionale Muster sichtbar zu machen und aufzuzeigen, in welchen Teilen der Schweiz sich ähnliche oder unterschiedliche Stimmungsbilder abzeichnen. Dabei unterscheiden wir zwischen Kantonen, in denen die Datenbasis eine erhöhte Unsicherheit mit sich bringt, und Kantonen, in denen aufgrund eines sehr knappen Schätzergebnisses keine eindeutige Tendenz für Annahme oder Ablehnung identifiziert werden kann.

Bei der Neutralitätsinitiative zeigt sich schweizweit ein bemerkenswert homogenes Bild. In den meisten Kantonen würde die Vorlage derzeit keine Mehrheit erreichen. Eine klare Ausnahme bildet das Tessin, wo aktuell eine Mehrheit für die Initiative zu erwarten wäre. Lediglich in Obwalden liegt die Schätzung so nahe an der 50-Prozent-Marke, dass weder von einer Annahme noch von einer Ablehnung gesprochen werden kann. In allen übrigen Kantonen deutet die aktuelle Stimmungslage auf ein Scheitern der Initiative hin.

Noch eindeutiger fällt das Bild bei der Ernährungsinitiative aus. Gegenwärtig würde die Vorlage in 25 Kantonen abgelehnt. Auch hier nimmt das Tessin eine Sonderrolle ein, da dort die Schätzung keinen klaren Schluss über den Ausgang zulässt. Insgesamt verstärkt der Blick auf die Kantone somit den Eindruck, der sich bereits auf Bundesebene abzeichnet. Würde heute schon abgestimmt, wäre die Wahrscheinlichkeit gering, dass eine der Initiativen Erfolg hätte.
Jenseits der Prozentwerte: das Warum hinter den Abstimmungsabsichten
Ein umfassendes Stimmungsbild sollte nicht nur Auskunft darüber geben, wie viele Stimmbürgerinnen und Stimmbürger aktuell für oder gegen eine Initiative stimmen würden, sondern auch warum. Um die Motive hinter den Abstimmungsabsichten besser zu verstehen, wurden die Befragten gebeten, ihre Entscheidung in eigenen Worten zu erläutern. Diese Texte haben wir mittels Natural Language Processing (NLP) ausgewertet. Die Auswertung ermöglicht es, wiederkehrende Themen zu identifizieren und sichtbar zu machen, welche Argumente Zustimmung oder Ablehnung besonders stark prägen. So ergeben sich aus freien Antworten strukturierte Einsichten über Motive und Prioritäten – inklusive seltener, aber besonders wirkungsvoller Argumente.
Im Ja-Lager der Neutralitätsinitiative ist eine grundlegende befürwortende Haltung zur Schweizer Neutralität zentral. «Neutralität muss bleiben» und «Neutralität ist wichtig» dominieren die Begründungen der Zustimmungsabsicht mit jeweils rund einem Fünftel der Nennungen. Sicherheit und Schutz vor einer ungewollten Beteiligung an internationalen Konflikten sowie die Unabhängigkeit der Schweiz ergänzen diesen Argumentationsraum.
Die Ablehnung beruht hingegen auf einer breiteren Palette von Argumenten und ist deutlich weniger durch ein einzelnes Motiv geprägt. Dabei fallen besonders zwei Gruppen auf, von denen eine die Initiative als zu weit gehend oder gänzlich unnötig ansieht. Für die zweite Gruppe ist entscheidend, dass die Schweiz weiterhin die Möglichkeit haben sollte, sich Sanktionen gegen Aggressorstaaten anschliessen zu können. In diesem Zusammenhang werden insbesondere die Sanktionen gegen Russland häufig als Beispiel aufgeführt.
Die Haltung zur Neutralitätsinitiative hängt somit wesentlich davon ab, wie Stimmberechtigte die Rolle und Bedeutung der Schweizer Neutralität definieren. Auf der einen Seite steht die Erwartung, dass die Schweiz durch ihre Neutralität gänzlich unbehelligt von externen Konflikten bleibt. Auf der anderen Seite steht der Wunsch danach, dass die Schweizer Neutralität in der Praxis auch weiterhin die notwendige Flexibilität zum Sanktionieren von Völkerrechtsbrüchen gewährt.

Weniger von grundsätzlichen Wertvorstellungen geprägt ist dagegen die Debatte um die Ernährungsinitiative. Befürworterinnen und Befürworter begründen ihre Haltung insbesondere damit, dass die Initiative aus ihrer Sicht für gesunde und qualitativ hochwertige Ernährung sorge. Weniger häufig, aber dennoch einflussreich sind zudem Argumente der Versorgungssicherheit und des Trinkwasserschutzes.
Stimmberechtigte, die die Initiative ablehnen wollen, kritisieren dagegen weniger die Ziele der Initiative als vielmehr deren Ausgestaltung, die sie häufig als zu extrem, bevormundend und restriktiv wahrnehmen. Im Zentrum der Debatte steht somit besonders die Frage, wie stark der Staat in Ernährungsgewohnheiten eingreifen soll. Daneben taucht in den Begründungen jedoch relativ häufig auch die Aussage auf, man sei noch «zu wenig informiert». Dies unterstreicht, dass die Meinungsbildung oftmals noch nicht final abgeschlossen ist.

Das Wohl der Schweiz als lagerübergreifendes Motiv
Besonders interessant im Hinblick auf die Motive hinter den Abstimmungsabsichten ist auch die Gruppe, die beiden Initiativen zustimmen möchte, obwohl diese jeweils an den gegenüberliegenden Enden des politischen Spektrums initiiert wurden. Aktuell würde gut jede fünfte befragte Person, die eine Abstimmungsentscheidung äussert, bei beiden Initiativen mit Ja respektive eher mit Ja stimmen (22 Prozent). Unsere NLP-Analyse zeigt, dass unter diesen Stimmberechtigten ein gemeinsamer argumentativer Rahmen die Zustimmungen begründet. Für sie sind beide Initiativen «wichtig für die Schweiz», da sie dem Wohl des Landes dienten. Einerseits konkret durch gesunde Ernährung und den Schutz vor Verwicklung in Konflikte, zum anderen jedoch auch grundlegend, da in der Wahrnehmung dieser Gruppe beide Initiativen dazu beitragen, dass die Schweiz ihre Unabhängigkeit und Autarkie bewahren kann.

Was bedeutet das für die Abstimmungen am 27. September?
Das zweite YouGov Schweiz Stimmungsbarometer zeigt eine klare Verschiebung der öffentlichen Meinung gegenüber der Situation im Juli. Die Wahrscheinlichkeit, dass aktuell beide Initiativen scheitern würden, ist gewachsen Dennoch sind beide Rennen noch nicht gelaufen, einerseits, da jeweils etwa jede zehnte stimmberechtigte Person noch unentschlossen ist, und andererseits, da auch die Abstimmungskämpfe ihre heisse Phase noch vor sich haben.
Entscheidend wird sein, ob es den Befürworterinnen und Befürwortern gelingt, die aktuelle Dynamik umzukehren und bislang zurückhaltende Stimmberechtigte zu mobilisieren.
Gleichzeitig dürften auch die Nein-Kampagnen versuchen, das Momentum für sich zu nutzen und die aktuell eher ablehnende Stimmung weiter zu festigen.
YouGov Schweiz wird die Entwicklung der öffentlichen Meinung bis zum Abstimmungssonntag weiter verfolgen und sichtbar machen, wie sich die Kräfteverhältnisse in der heissen Phase des Abstimmungskampfs verschieben.
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Methodische Erläuterungen
Die oben präsentierten Resultate basieren auf einer Umfrage, die die YouGov Schweiz AG (ehemals LINK Marketing Services AG) als Eigenstudie mittels Online-Interviews unter den Mitgliedern des unternehmenseigenen Schweizer YouGov Panels durchgeführt hat. Die Mitglieder des Panels sind aktiv rekrutiert und haben der Teilnahme an Online-Interviews zugestimmt. Für die aktuelle Befragung wurden im Zeitraum zwischen dem 3. und 17. August 2026 insgesamt 3’080 Personen in einer repräsentativen Stichprobe, quotiert nach Alter, Geschlecht und Sprachregion, befragt. Die Stichprobe bildet die Grundgesamtheit der stimmberechtigten Bevölkerung der Schweiz ab 18 Jahren hinsichtlich dieser Quotenmerkmale ab. Die präsentierten Werte der aktuellen Abstimmungsabsicht wurden mittels MRP-Modellierung berechnet, alle anderen abgebildeten Daten sind gewichtete Werte. Die Gewichtung basiert auf den Variablen Alter, Geschlecht, Sprachregion, Erwerbstätigkeit und Haushaltsgrösse. Bei einer fünfprozentigen Irrtumswahrscheinlichkeit liegt der Stichprobenfehler bei ±1.8 Prozent. Für die erste Befragung wurden im Zeitraum zwischen dem 15. und 27. Juli 2026 insgesamt 1’229 Personen befragt. Der Stichprobenfehler liegt hier bei ±2.8 Prozent.
MRP-Modellierung
Die Schätzung der Abstimmungsabsichten erfolgte mit einem sogenannten Mehrebenen-Regressionsmodell mit Poststratifikation (MRP). Dabei wird in einem statistischen Verfahren die Beziehung zwischen einer Vielzahl von Merkmalen potenzieller Abstimmungsteilnehmerinnen und -teilnehmer und ihrer Präferenzen – d.h., ob sie bei einem Abstimmungsthema (aktuell eher) mit Ja oder Nein abstimmen würden – geschätzt. Das Modell identifiziert so unterschiedliche Gruppen der Stimmbevölkerung, für die die Wahrscheinlichkeit, mit Ja oder Nein zu stimmen, berechnet wird. Als Gruppen berücksichtigen wir die verschiedensten Kombinationen aus Alter, Geschlecht, Bildungsabschluss, Parteipräferenz und Kanton.
Zunächst wird die Teilnahmewahrscheinlichkeit an den Referenden für alle kombinierten Gruppen geschätzt. Anschliessend folgt eine Schätzung des Abstimmungsverhaltens der Gruppen bei den Referenden. Für Gruppen, für die nur wenige Beobachtungen zur Verfügung stehen, kann die Mehrebenenregression die Schätzung durch die Daten von ähnlichen Gruppen verstärken. Die Vorhersage auf Gruppenebene wird mit Hilfe der bekannten Bevölkerungsanteile (Daten des BFS Schweiz) und der vorhergesagten Teilnahmewahrscheinlichkeit auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet.
Wie bei jeder Messung mit Befragungsdaten ist die MRP-Modellierung der Abstimmungsabsicht mit Unsicherheit behaftet. Daher geben wir für die Ja-Anteile jeder Abstimmung «Konfidenzintervalle» an, denn die Ja-Anteile sind schlussendlich ausschlaggebend, ob eine Vorlage angenommen oder abgelehnt wird. Mit dem Konfidenzintervall wird ein Bereich angegeben, der den wahren Anteil mit 95-prozentiger Konfidenz umfasst. Einfach ausgedrückt – wenn auch in der Sprache der frequentistischen Statistik nicht ganz exakt – ist zu beachten, dass der wahre Wert mit grösserer Wahrscheinlichkeit näher in der Mitte des Intervalls liegt als an dessen Rändern.
Mit der MRP-Modellierung der Abstimmungsabsichten möchten wir einen Beitrag zur grösseren Vielfalt und Transparenz in der Meinungsforschung leisten. Neben den inhaltlichen Erkenntnissen, die unsere Analysen der Öffentlichkeit bieten, präsentieren wir einen neuen Vergleichswert, der es ermöglicht, verschiedene Umfrageansätze und deren Ergebnisse besser einzuordnen. Wir sind uns bewusst, dass MRP-Modelle bei der Analyse von Abstimmungsumfragen in der Schweiz einen relativ neuen methodischen Ansatz darstellen. Wir arbeiten stetig daran, unsere Methoden zu prüfen und zu verbessern. Als empirisch arbeitende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fühlen wir uns dazu verpflichtet, innovative Methoden einzusetzen und zu testen, um die Messung von politischen Präferenzen und politischer Stimmung zu verbessern und Ergebnisse zur Verfügung zu stellen, die zeigen, was die Welt denkt.
NLP (Natural Language Processing)
Mithilfe von NLP werden unstrukturierte Textantworten in ein systematisches Argumentationsnetzwerk überführt und analysiert, welche Begründungen den Abstimmungsentscheid besonders stark prägen. Offene Antworten liegen zunächst als freier Text vor und sind in dieser Form nur begrenzt direkt auswertbar. Durch NLP werden diese Inhalte in semantische Bestandteile zerlegt und in numerische Repräsentationen übersetzt. Darauf aufbauend lassen sich Muster wie Themencluster, Stimmungen oder zentrale Einflussfaktoren identifizieren. So entsteht aus einer Vielzahl individueller Aussagen ein konsistentes, quantitativ analysierbares Gesamtbild.
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Foto: Claudio Thoma/KEYSTONE/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
