Aktuelle Umfrage-Daten (Februar / März 2026) von YouGov Schweiz zum Thema Verkehrsmittel

Das Auto dominiert den Schweizer Alltag: 53 Prozent der erwerbstätigen Personen in der Schweiz nutzen es für den Weg zur Arbeit oder zur Ausbildung und 69 Prozent aller Befragten in der Freizeit. Dennoch ist der öffentliche Verkehr (öV) fest verankert – 48 Prozent aller Schweizer Erwerbstätigen setzen auf den öV für den Arbeitsweg, 53 Prozent aller Schweizerinnen und Schweizer für Freizeitaktivitäten. Über die Hälfte der befragten öV-Nutzer (53 Prozent) besitzen ein Halbtax-Abonnement, dieser Anteil erhöht sich auf 63 Prozent bei den 60- bis 79-jährigen öV-Nutzern.

Die aktuelle Studie von YouGov Schweiz untersucht die Nutzung des öffentlichen Verkehrs, Zufriedenheit und Verbesserungswünsche mit einer repräsentative Bevölkerungsumfrage von YouGov Schweiz mit über 1'200 Befragten – mit deutlichen Unterschieden nach Region, Alter und Nutzungsverhalten.

null

Preissenkung stärkste Motivation für den öffentlichen Nahverkehr

Auf die Frage, was die Schweizerinnen und Schweizer motivieren würde, den öV häufiger zu nutzen, nennen 54 Prozent der Teilnehmenden eine Preissenkung als Faktor - dieser Grund wurde vor allem bei den 15- bis 29-Jährigen (66 Prozent) genannt. Auch Befragte in der Westschweiz (65 Prozent) sagen dies häufiger als jene in der Deutsch-Schweiz (50 Prozent). Gleichzeitig geben 20 Prozent aller Befragten an, bereits zufrieden zu sein und keinen Veränderungsbedarf zu sehen.

Westschweiz und Tessin: kritischer gegenüber dem öV

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Im Tessin nutzen nur 34 Prozent der Erwerbstätigen den öV für den Arbeitsweg (vs. 48 Prozent gesamtschweizerisch) und nur 34 Prozent aller Schweizerinnen und Schweizer für die Freizeit (vs. 53 Prozent). Auch bei der Zufriedenheit mit den öV schneiden die Westschweiz und das Tessin schlechter ab: Mit Durchschnittswerten von 4,9 bzw. 5,0 auf einer 7er-Zufriedenheits-Skala liegen sie deutlich hinter der Deutschschweiz (5,5).

Junge Erwachsene: stärkste öV-Nutzung, aber auch am kritischsten

Die jüngste befragte Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen nutzt den öV am häufigsten: 71 Prozent der Erwerbstätigen in besagter Altersgruppe für den Arbeitsweg und 67 Prozent aller 15- bis 29-Jährigen in der Freizeit. Weniger von ihnen besitzen ein Halbtax (34 Prozent), dafür deutlich mehr ein Generalabonnement (27 Prozent). Zwei Drittel fordern eine Preissenkung, und auch bei Frequenz, Pünktlichkeit, Sitzplätzen, Vernetzung und Nachtfahrzeiten sehen die Jüngeren mehr Verbesserungsbedarf als andere Altersgruppen. Nur 7 Prozent der 15- bis 29-Jährigen sind bereits zufrieden. Die älteste Generation scheint zufriedener mit dem öffentlichen Verkehr – mit einem Mittelwert von 5.5 von 7, im Vergleich zu 5.2 bei den 15- bis 29-Jährigen.

Ältere Generation entspannter unterwegs

Eine grosse Mehrheit (83 Prozent) der 60- bis 79-Jährigen betrachtet während der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Landschaft (vs. 38 Prozent bei den 15- bis 29-Jährigen). 40 Prozent der älteren Generation empfinden die Reise als angenehmen Moment (vs. 27 Prozent der Jüngeren) und bevorzugen eine leise Atmosphäre.

null

Im öV hören junge Erwachsene deutlich häufiger Musik (61 vs. 11 Prozent der Älteren), lesen aber seltener (24 vs. z. B. 53 Prozent bei den 60- bis 79-Jährigen). Sie empfinden alltägliche Reisen öfter als Stressquelle (19 Prozent) oder Zeitverschwendung (23 Prozent).

null

Kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern – ausser beim Blick in die Zukunft

Zwischen Frauen und Männern zeigen sich im Mobilitätsverhalten kaum Unterschiede. Männer empfinden alltägliche Reisen generell als etwas angenehmer (36 vs. 28 Prozent der Frauen). Deutliche Unterschiede treten jedoch beim Interesse an der Mobilität der Zukunft auf: Während ultraschnelle Züge beide Geschlechter gleichermassen ansprechen, zeigen Männer bei allen anderen Zukunftskonzepten, wie automatisierter Nahverkehr (37 vs. 27 Prozent), autonome Autos (37 vs. 23 Prozent), weiterentwickelte Elektrofahrräder / Elektroroller (25 vs. 16 Prozent) und Drohnen/fliegende Taxis (19 vs. 8 Prozent), ein deutlich höheres Interesse.

null

öV-Nutzer vs. Nicht-Nutzer: unterschiedliche Welten

Erwartungsgemäss bewerten öV-Nutzer den öffentlichen Verkehr deutlich besser (Zufriedenheitsscore 5,6 vs. 4,8). Sie sehen alltägliche Reisen häufiger als nützlichen Moment, um etwas anderes zu tun (33 vs. 17 Prozent), und interessieren sich stärker für automatisierten öffentlichen Nahverkehr (39 vs. 19 Prozent) und ultraschnelle Züge (39 vs. 24 Prozent). Nicht-Nutzer bevorzugen dagegen autonome Autos (37 vs. 26 Prozent).

Zur Methode:

Die Daten dieser Befragungen basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Schweiz Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden zwischen dem 25. Februar bis 4. März 2026 im Rahmen einer Omnibus-Studie von YouGov Schweiz insgesamt 1‘281 Personen in der Schweiz befragt. Die Erhebungen wurden nach Alter, Geschlecht und Sprachregion quotiert und die Ergebnisse anschliessend entsprechend gewichtet (inkl. Randsummengewichtung nach Haushaltsgrösse und Erwerbstätigkeit). Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in der Deutsch-, Westschweiz und Tessin zwischen 15 und 79 Jahren.

Foto: Bodo Marks/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Abonnieren Sie den YouGov-Newsletter