Eine neue Studie von YouGov Schweiz zeigt die Bekanntheit des Pride Months in der Schweiz sowie die Meinungen der Schweizerinnen und Schweizer zu Regenbogen-Logos und deren Glaubwürdigkeit
Juni ist Pride Month! Eine relative Mehrheit der Schweizer Bevölkerung steht der Sichtbarkeit von LGBTQ+-Logos während des Pride Months positiv gegenüber, während die Glaubwürdigkeit von Unternehmen kritisch hinterfragt wird. Das zeigt eine repräsentative Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov Schweiz unter 1'253 Befragten in der im Alter von 15 bis 79 Jahren.
Bekanntheit des Pride Months unter jungen Menschen am grössten
Jede/r vierte Schweizerin und Schweizer (25 Prozent) weiss genau, was der Pride Month ist. Weitere 30 Prozent haben bereits davon gehört. Besonders junge Menschen zwischen 15 und 29 Jahren sind mit dem Begriff vertraut (44 Prozent kennen ihn genau). Bei den über 60-Jährigen sinkt dieser Wert auf 11 Prozent. Damit ist die Pride-Bekanntheit in der Schweiz grösser als im Nachbarland Deutschland: Unter Deutschen geben insgesamt 50 Prozent an, zumindest vom Pride Month gehört zu haben (vs. 54 Prozent in der Schweiz). 48 Prozent der Deutschen ist der Begriff nicht bekannt (vs. 42 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer).
Regenbogen-Logos: Relative Mehrheit bewertet sie positiv
Etwas weniger als die Hälfte der Befragten in der Schweiz (45 Prozent) bewerten es eher / sehr positiv, wenn Markenlogos während des Pride Months in Regenbogenfarben dargestellt werden. Dem gegenüber stehen 31 Prozent, die diese Praxis negativ bewerten. Frauen zeigen sich deutlich aufgeschlossener (55 Prozent positiv) als Männer (35 Prozent positiv), während jüngere Befragte aufgeschlossener sind als ältere (49 Prozent der 15- bis 29-Jährigen vs. 39 Prozent der 60- bis 79-Jährigen.)

Glaubwürdigkeitsproblem bei Unternehmen
Die Glaubwürdigkeit von Regenbogen-Logos wird jedoch kritisch gesehen: Nur 29 Prozent halten diese Massnahmen für glaubwürdig, während 54 Prozent sie als unglaubwürdig wahrnehmen. Personen mit einem hohen Einkommen über 10‘000 CHF pro Monat empfinden Regenbogen-Logos häufiger unglaubwürdig (59 Prozent) als jene mit einem niedrigeren Einkommen unter 6‘000 CHF (50 Prozent).

Für jeden Dritten wird Markenbild durch LGBTQ+-Engagement positiv beeinflusst
Das Engagement für LGBTQ+-Themen hat durchaus Einfluss auf die Markenwahrnehmung: 35 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer geben an, dass ihr Markenbild dadurch positiv beeinflusst wird. Bei 27 Prozent wirkt sich ein solches Engagement negativ aus. Bemerkenswert ist, dass 38 Prozent der Befragten unsicher sind oder keine Angabe machen.
Mehr als 4 von 10 fordern ganzjähriges Engagement
44 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Marken LGBTQ+-Themen auch ausserhalb des Pride Months unterstützen sollten. 36 Prozent lehnen eine solche Unterstützung ab.
«Die Zahlen zeigen: Die Schweizer Bevölkerung ist beim Thema Pride gespalten. Es gibt keine klare Mehrheit - weder für noch gegen das Engagement von Marken. Für Unternehmen bedeutet dies: Authentizität und Transparenz sind entscheidend, um Vertrauen aufzubauen und nicht als unglaubwürdig wahrgenommen zu werden.», kommentiert Dr. Sabrina Pfister, Head of Social Research bei YouGov Schweiz, die Ergebnisse.
Zur Methode:
Die Daten dieser Befragungen basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Schweiz Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden zwischen dem 3. bis 9. Juni 2026 im Rahmen einer Omnibus-Studie von YouGov Schweiz insgesamt 1‘253 Personen in der Schweiz befragt. Die Erhebungen wurden nach Alter, Geschlecht und Sprachregion quotiert und die Ergebnisse anschliessend entsprechend gewichtet (inkl. Randsummengewichtung nach Haushaltsgrösse und Erwerbstätigkeit). Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in der Schweiz zwischen 15 und 79 Jahren.
