Aktuelle YouGov-Daten (März 2026) zu nachfüllbaren Verpackungen anlässlich des Zero Waste Day am 30. März
Braucht es für jede neue Ladung Waschmittel wirklich eine komplett neue Verpackung – oder reicht eine Nachfülllösung? Der Zero Waste Day am 30. März lenkt jährlich die Aufmerksamkeit darauf, wie dringend Verpackungsmüll reduziert werden muss, und welche Rolle alternative Verpackungskonzepte dabei spielen. Ein Konzept, das seit längerem im Fokus steht, sind Nachfüll‑Verpackungen (Refill). Während Konsumenten bei ganzheitlichen Nachfüll‑Stationen bislang eher zurückhaltend sind, setzen immer mehr Marken auf ein erweitertes Portfolio an Produkten mit Nachfüllgrößen. Die Idee dahinter: Die ursprüngliche Verpackung soll länger genutzt werden, während lediglich der Inhalt – etwa über einen Nachfüllbeutel mit geringerem Materialverbrauch – nachgekauft wird, um so den Verpackungsabfall zu reduzieren.
Doch wie präsent ist dieses Konzept tatsächlich in den Köpfen der deutschen Verbrauchern? Welche Einstellungen bestehen gegenüber Refill, und in welchen Produktbereichen wird das größte Potenzial gesehen? Anlässlich des Zero Waste Day liefert eine aktuelle YouGov‑Umfrage hierzu datenbasierte Einblicke.
Bekanntheit, Einstellung und Glaubwürdigkeit: Refill überzeugt auf mehreren Ebenen
Eine aktuelle Umfrage von YouGov Surveys aus dem März 2026 mit 2.063 Teilnehmenden macht deutlich, wie stark Refill bereits im Bewusstsein der Menschen verankert ist. Neun von zehn Deutschen (90 Prozent) kennen das Konzept von Refill‑Verpackungen, und mehr als die Hälfte (52 Prozent) sagt sogar, dass sie es gut kennen. Diese hohe Vertrautheit zeigt, dass Refill längst fest im Alltagsverständnis vieler angekommen ist. Besonders hoch ist die Bekanntheit unter jungen Erwachsenen: In der Altersgruppe der 18‑ bis 24‑Jährigen liegt die Bekanntheit bei 93 Prozent.
Doch nicht nur die Bekanntheit ist hoch – auch die Haltung zum Konzept fällt bemerkenswert positiv aus. 77 Prozent stehen nachfüllbaren Verpackungen (sehr) positiv gegenüber, während 4 Prozent ihnen gegenüber (eher) negativ eingestellt sind. Auch hier zeigen sich Alterseffekte: Die 18‑ bis 24‑Jährigen sind besonders offen und bewerten Refill zu 81 Prozent (sehr) positiv. Damit wird klar, dass Refill längst kein Randthema mehr ist, sondern in der breiten Bevölkerung auf Akzeptanz trifft. Etwas nüchterner fällt das Urteil der 25‑ bis 34‑Jährigen aus, wo immerhin 6 Prozent eine (sehr) negative Haltung äußern.

Dies zeigt sich auch an der Glaubwürdigkeit von Claims zur Nachfüllbarkeit: Während andere Nachhaltigkeitsaussagen auf Verpackungen generell häufig in der Kritik stehen, mehr zu versprechen, als sie einlösen, erzielt der Hinweis „Nachfüllbar – für weniger Verpackungsmüll“ die höchsten Glaubwürdigkeitswerte aller getesteten Aussagen. 72 Prozent der Befragten empfinden diese Botschaft als (sehr) glaubwürdig – deutlich häufiger als Begriffe wie „kompostierbar“ oder „100 % recycelbar“ (jeweils 53 Prozent) oder „klimaneutral hergestellt“ (26 Prozent). Offenbar überzeugt Refill nicht nur als Konzept, sondern auch, weil der Effekt direkt am Produkt sichtbar und nachvollziehbar ist.
Je funktionaler das Produkt, desto höher die Refill‑Akzeptanz
Mit Blick auf Produktkategorien, in denen sich die Deutschen die Nutzung nachfüllbarer Verpackungen vorstellen können, oder die sie bereits nutzen, zeigt sich ein klarer Trend: Am größten ist die Offenheit in Bereichen, die als unkompliziert, alltagstauglich und wenig sensibel wahrgenommen werden. An der Spitze liegt Handseife (69 Prozent), dicht gefolgt von Spülmittel (59 Prozent), Waschmittel und Reinigungsmitteln (jeweils 57 Prozent). Diese Produkte gelten als funktional und wenig pflegeintensiv, was die Vorstellung eines Nachfüllsystems erleichtert.
Deutlich vorsichtiger fällt die Zustimmung bei Körperpflegeprodukten aus. Während sich noch 51 Prozent Refill bei Shampoo oder Duschgel vorstellen können, sinken die Werte bei Bodylotion (31 Prozent), Parfüm (20 Prozent) und Gesichtspflege (17 Prozent) spürbar. Je stärker ein Produkt mit persönlicher Pflege, Hautverträglichkeit oder einem hochwertigen Anwendungserlebnis verbunden wird, desto zurückhaltender sind die Einschätzungen.
Auch bei Trockensortiment und Lebensmitteln zeigt sich ein differenziertes Bild: Gewürze (50 Prozent) und Kaffee bzw. Tee (35 Prozent) werden vergleichsweise häufig genannt, während Müsli (28 Prozent), Snacks (26 Prozent) oder Getränke (18 Prozent) seltener in Verbindung mit Refill gebracht werden. Demnach scheinen Produkte mit längerer Lagerdauer wie Gewürze oder Kaffee und Tee für Nachfülllösungen attraktiver zu sein als Artikel, die schnell aufgebraucht werden – etwa Snacks oder Getränke.
Insgesamt zeigt sich eine klare Struktur: Je näher ein Produkt an sensiblen Anwendungsbereichen am Körper liegt, desto vorsichtiger fallen die Vorstellungen zu Refill aus. Gleichzeitig ist die Offenheit in haushaltsnahen Kategorien sehr hoch – ein Bereich, der für Refill‑Konzepte besonders attraktiv erscheint.

Refill: Einfach, nachvollziehbar und überzeugend
Das Prinzip – eine Verpackung mehrfach zu nutzen und nur den Inhalt nachzukaufen – ist einfach und intuitiv, was den Zugang erleichtert und Vertrauen schafft. Die Kombination aus hoher Bekanntheit, positiver Grundeinstellung und einer starken Glaubwürdigkeit der Refill‑Kennzeichnung macht das Konzept zu einem zugänglichen und überzeugenden Nachhaltigkeitsansatz aus Sicht der Verbraucher. Gerade zum Zero Waste Day wird damit deutlich: Refill bietet einen praktikablen Ansatz, Verpackungsmüll dort zu reduzieren, wo es für die meisten naheliegend und alltagstauglich ist.
Methode:
Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 11. und 13.03.2026 insgesamt 2.063 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

