Daten von YouGov Shopper zu Nachhaltigkeit und Gemeinschaft zum Earth Day am 22. April 2026
Anlässlich des Earth Day am 22. April zeigt eine aktuelle Auswertung von YouGov: Nachhaltigkeit ist für die Mehrheit der Deutschen fest im Alltag verankert – und wird als gemeinschaftliche Aufgabe verstanden.
Für 75 Prozent der Bevölkerung ist es äußerst wichtig, einen Beitrag zum Erhalt der Umwelt zu leisten, 64 Prozent legen Wert darauf, im Einklang mit der Natur zu leben. Nachhaltigkeit wird dabei nicht nur ökologisch, sondern auch sozial gedacht. Besonders relevant sind für Verbraucher natürliche Inhaltsstoffe, kurze Transportwege sowie Tierschutz.
Ein zentraler Treiber nachhaltigen Konsums ist Regionalität: 66 Prozent der Deutschen vertrauen Produkten aus ihrer Region, 69 Prozent bevorzugen beim Kauf von Lebensmitteln regionale Produkte. Gleichzeitig ist die Zahlungsbereitschaft hoch: Die Hälfte der Bevölkerung (50 Prozent) wäre bereit, für regionale Lebensmittel mehr zu bezahlen.
Gemeinschaft wird zum Nachhaltigkeitsfaktor
Neben ökologischen Aspekten rückt der soziale Charakter von Nachhaltigkeit stärker in den Fokus. 43 Prozent der Deutschen ist es wichtig, für das Wohl der Gemeinschaft zu arbeiten, 31 Prozent ist ein aktives Engagement für ihre Stadt oder Gemeinde wichtig. Während es momentan eher ältere Generationen sind, die sich engagieren, zeigt sich vor allem bei Millennials eine leichte Zunahme des Engagements.
Vor diesem Hintergrund entstehen genossenschaftliche und gemeinschaftsorientierte Modelle. Konzepte wie Hybrid-Supermärkte oder genossenschaftlich organisierte Nahversorgung verbinden digitale Verfügbarkeit mit lokalem Engagement und stärken ländliche Räume. Auch Unternehmen reagieren auf diesen Trend und bauen verstärkt auf Community-Ansätze und lokale Inhalte. Das können regional verwurzelte Influencer, regionale Dialekte, Geschichten vom Standort oder lokale Traditionen sein.
Gleichzeitig lässt sich ein stärkerer Fokus auf das Individuum beobachten: Self Care, Selbstoptimierung und Selbstinszenierung nehmen zu. Dieser Trend ist jedoch kein Gegenpol zur Gemeinschaft, sondern Ausdruck derselben gesellschaftlichen Ausgangslage – geprägt von Unsicherheit, Krisenerleben und dem Wunsch nach Kontrolle und Orientierung. Gemeinschaft und Individualisierung schließen sich dabei nicht aus, sondern verstärken sich gegenseitig: Selbstverwirklichung findet zunehmend im sozialen Kontext statt, etwa in Communities rund um Ernährung, Sport oder Nachhaltigkeit.
„Unsere Daten verdeutlichen: Nachhaltigkeit wird zunehmend als Zusammenspiel von Individuum und Gemeinschaft verstanden. Persönliche Verantwortung und kollektives Handeln greifen ineinander – das Ich entfaltet sich im Wir. Gerade dieser Perspektivwechsel macht gemeinschaftliche Modelle zu einem relevanten Faktor für Wirtschaft und Gesellschaft.“
