Aktuelle YouGov-Daten (März 2026) zum Thema Treueprogramme und Kundenempfehlungen

Treueprogramme sind ein häufig eingesetztes Marketinginstrument von Einzelhandelsmarken. Während die Programme vorrangig dazu dienen, Anreize für Wiederholungskäufe zu schaffen, zeigen YouGov-Daten einen weiteren Effekt: Ein Viertel der Verbraucher empfiehlt Marken eher weiter, wenn sie Mitglied ihres Treueprogramms sind. Diese wertvolle Zielgruppe der Markenempfehler unterscheidet sich in ihrem Konsumverhalten und ihren Nutzungsgründen der Treueprogramme von denjenigen, die sich vor allem durch eine stärkere Markenbindung auszeichnen.

Treueprogramme sind beliebt – vor allem in einkommensstärkeren Gruppen

Treueprogramme sind heute fest im Alltag der Konsumenten verankert: Drei von fünf (61 Prozent) deutschen Verbrauchern sind laut YouGov Profiles aktuell Mitglied eines Treueprogramms im Einzelhandel. Fast zwei von fünf (37 Prozent) Deutschen würden sich jedes Mal, wenn sie die Möglichkeit haben, für ein Treueprogramm anmelden.

Getrieben wird die Nutzung der Kundenbindungsprogramme nicht etwa von einkommensschwachen Verbrauchern; Treueprogramme erreichen insbesondere kaufkräftige Gruppen. Laut YouGov-Daten melden sich Verbraucher mit mittlerem bis höherem Einkommen überdurchschnittlich häufig an (68 bzw. 67 Prozent), während der Anteil bei Haushalten mit niedrigerem Einkommen mit 55 Prozent deutlich geringer ausfällt.

Von Kundentreue zum Kauftipp: Wer sind die Markenempfehler? 

Treueprogramme zielen klassischerweise auf Kundenbindung ab, und mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Deutschen sagen, dass sie Marken tatsächlich treuer sind, bei denen sie Treuemitglied sind („Markenloyalisten“). Gleichzeitig zeigen die Daten eine zusätzliche Wirkungsdimension: Ein Viertel (25 Prozent) der Verbraucher gibt an, dass sie Marken eher weiterempfehlen, wenn sie Mitglied in ihrem Treueprogramm sind („Markenempfehler“).

Soziodemografisch betrachtet weisen sich die Markenempfehler als etwas jünger und eher männlich aus. Markenloyalisten gehören im Durchschnitt häufiger den Boomer+-Generationen an (19 vs. 16 Prozent der Markenempfehler). Markenempfehler haben öfter ein oder mehrere Kind(er) unter 18 Jahren (31 vs. 29 Prozent der Markenloyalisten).

Deutlicher charakterisieren lassen sich die potenziellen Empfehler mit Blick auf ihr Konsumverhalten und ihren Einstellungen gegenüber Marken. Markenempfehler stehen mitten im Leben; sie fühlen sich in gesellschaftlichen Situationen wohl (51 vs. 46 Prozent der Markenloyalisten) und planen ihre Freizeit gerne mit strukturierten Aktivitäten (43 vs. 38 Prozent).

Markenempfehler sind offene und engagierte Verbraucher. Sie geben noch häufiger an, Produkte testen zu wollen, bevor diese auf den Markt kommen (70 vs. 65 Prozent). Sie sind zudem empfänglicher für Empfehlungen von Prominenten und Influencern (37 vs. 29 Prozent). Die potenziellen Empfehler erweisen sich damit auch als besonders aktivierbare Zielgruppe: Fast die Hälfte (48 Prozent) sagt, dass Werbung ihnen bei der Kaufentscheidung hilft (im Vergleich zu 41 Prozent der Markenloyalisten).

Markenloyalisten hingegen legen mehr Wert auf regionale Verbundenheit, etwa bei der Unterstützung lokaler Restaurants und Lebensmittelunternehmen (59 vs. 54 Prozent).

Das soziale Engagement einer Marke spielt für beide Gruppen eine wichtige Rolle: Rund zwei Drittel schätzen es, wenn sich Unternehmen zu sozialen Themen positionieren (67 bzw. 64 Prozent).

Motivationen bei der Nutzung von Treueprogrammen

Treueprogramme wirken also nicht nur als Instrument zur Kundenbindung, sondern auch als Hebel für Markenempfehlungen. Für Unternehmen bedeutet das: Wer Treueprogramme strategisch weiterentwickelt, kann nicht nur die Loyalität steigern, sondern auch wertvolle Markenbotschafter gewinnen.

Laut YouGov-Daten zeigen sich dabei Unterschiede in den Nutzungsgründen der Zielgruppen.

Markenempfehler werden stärker durch exklusive Vorteile und dem wahrgenommen Status angesprochen: Sie möchten häufiger zu den Ersten gehören, die über Promotionen oder Neuigkeiten informiert werden (16 vs. 13 Prozent), und legen mehr Wert auf verbesserten Kundenservice, wie schnellere Lieferungen oder Rund-um-die-Uhr-Support (14 vs. 11 Prozent).

Markenloyalisten nutzen Treueprogramme häufiger als Markenempfehler aus einem funktionalen Nutzen heraus, um von Rabatten und Angeboten zu profitieren (75 vs. 70 Prozent).

Gleichermaßen relevante Motive für die Verbrauchergruppen sind kostenlose Produkte oder Services (35 bzw. 34 Prozent), sowie Rabatte von anderen Herstellern/Marken (24 bzw. 25 Prozent).

Auch wenn Treueprogramme mit ihren beworbenen Discounts, Bonussen und Angeboten häufig als Sparinstrument vermarktet werden, deuten die Daten darauf hin, dass vor allem das Gefühl eines „guten Deals“ entscheidend ist: Knapp drei von fünf Markenloyalisten (57 Prozent) und mehr als die Hälfte der Markenempfehler (51 Prozent) geben an, mehr Geld für Marken auszugeben, wenn sie Mitglied ihres Treueprogramms sind – deutlich mehr als in der Gesamtbevölkerung (25 Prozent).

Lebensmitteleinzelhandel dominiert

Ein Blick auf die Branchen zeigt, dass Verbraucher von Treueprogrammen im Lebensmitteleinzelhandel am häufigsten Gebrauch machen: Knapp drei Viertel (74 Prozent) der Deutschen nutzen entsprechende Angebote von Supermärkten. Mit deutlichem Abstand folgen Bekleidungs- und Modehändler (19 Prozent) sowie Online-Dienste (16 Prozent). Seltener genutzt werden beispielsweise Programme von Buchungsportalen, Hotels oder Fluggesellschaften (jeweils 13 Prozent).

Markenempfehler sind häufiger Mitglieder bei Online-Diensten (23 vs. 19 Prozent) sowie bei Restaurants (16 vs. 13 Prozent) und Cafés (17 vs. 14 Prozent). Dies unterstreicht die stärkere Affinität der Zielgruppe zu erlebnisorientierten und digitalen Angeboten.

Methode: 

YouGov Profiles basiert auf einer kontinuierlich erhobenen Datenquelle aus fortlaufenden Online-Umfragen mit registrierten YouGov-Panelteilnehmern. Datensätze werden wöchentlich aktualisiert und umfassen jeweils 52 Wochen. Die Erhebung wird nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 18 Jahren. Ausgewerteter Datensatz vom 29. März 2026.

Definition der Generationen: Gen Z (1997 oder später), Millennials (1981-1996), Gen X (1965-1980) und Boomer+ (vor 1964). 

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