Aktuelle YouGov-Daten (Mai 2026) zum Thema Nutzung von KI bei der Online-Suche
KI-Assistenten bzw. Chatbots sind inzwischen die zweithäufigste Informationsquelle unter deutschen Online-Suchenden. Dies zeigt die aktuelle YouGov-Studie „Searching for answers: How AI is changing online discovery in 2026“. Dennoch ist Deutschland bei der Web-Suche mit KI gespalten. Skeptiker lassen sich kaum von der Technologie überzeugen, und jüngere Generationen suchen plattformübergreifend.
Deutschland liegt bei der KI-Suche im internationalen Mittelfeld
Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bei der KI-gestützten Suche im Mittelfeld. Von den 19 untersuchten Märkten zählen 68 Prozent der Deutschen zu den sogenannten KI-Suchenden, also Personen, die mindestens einmal täglich eine neue Suchanfrage über einen KI-Assistenten starten. Damit liegt Deutschland deutlich vor den USA (48 Prozent) und Großbritannien (54 Prozent).
Das Wachstum kommt vor allem von bestehenden Nutzern
Die Studie zeigt zugleich, dass sich eine digitale Kluft abzeichnet. Demnach wird sich das zukünftige Wachstum der KI-Suche vor allem auf Verbraucher konzentrieren, die KI bereits heute regelmäßig nutzen. So geben 60 Prozent der intensiven Nutzer an, KI-Assistenten im kommenden Jahr noch häufiger verwenden zu wollen - im Vergleich zu 27 Prozent der gelegentlichen Nutzer und nur 10 Prozent der Nicht-Nutzer. Dies bedeutet, dass fast sechs von zehn (57 Prozent) derjenigen, die KI für die Online-Suche aktuell nicht nutzen, auch nicht davon ausgehen, in Zukunft damit anzufangen.

Besonders deutlich werden die Unterschiede zwischen Nutzern und Nicht-Nutzern bei den Themen Vertrauen und Datenschutz. Unter den Nicht-Nutzern von KI-Suchfunktionen sagen fast zwei von fünf (39 Prozent), dass keine von insgesamt acht abgefragten Funktionen ihr Vertrauen in die Antworten eines KI-Assistenten stärken würde (im Gegensatz zu 5 Prozent der Nutzer). Zudem wären nur 3 Prozent der Nicht-Nutzer damit einverstanden, dass ein KI-Assistent persönliche Daten – etwa frühere Chats, den Suchverlauf oder App-Aktivitäten – nutzt, um individualisierte Antworten zu liefern. Unter den bestehenden KI-Nutzern liegt dieser Anteil dagegen bei 25 Prozent.
Suchmaschinen bleiben die erste Anlaufstelle
Trotz der wachsenden Relevanz von KI für bestehende Nutzer bleiben klassische Suchmaschinen in Deutschland das wichtigste Werkzeug für die Online-Recherche. Für alle in der Studie untersuchten Informationsbedürfnisse sind Suchmaschinen nach wie vor der häufigste Ausgangspunkt. Zudem zeigt die Studie, dass vor allem junge Erwachsene heute auf ein deutlich breiteres Spektrum an Plattformen zurückgreifen. Befragte der Gen Z nutzen Suchmaschinen, KI-Assistenten, Videoplattformen, soziale Netzwerke und Online-Foren zur Informationssuche deutlich häufiger parallel als ältere Generationen.
KI-Antworten sind oft erst der Anfang der Recherche
Auch wenn KI-Assistenten zunehmend als Einstieg in die Informationssuche dienen – insbesondere bei konkreten Fragestellungen –, endet die Recherche für viele Nutzer nicht mit der automatisch generierten Antwort. Knapp ein Viertel (23 Prozent) klickt anschließend auf die von der KI angegebenen Quellen oder Links, 20 Prozent vergleichen die Antwort zusätzlich mit anderen Anwendungen oder Informationsquellen. Ob weitergesucht wird oder nicht, hängt zudem für 24 Prozent der Befragten vom Thema ab. 21 Prozent der Befragten geben an, ihre Suche mit der KI-Antwort zu beenden.
Die Ergebnisse zeigen insgesamt, dass KI-Assistenten die klassischen Suchmaschinen in Deutschland zwar noch nicht verdrängen, aber bereits einen bedeutenden ergänzenden Suchkanal darstellen. Während sich Nicht-Nutzer vermutlich nur schwer konvertieren lassen, wird es umso wichtiger sein, das Vertrauen bestehender Nutzer zu stärken. Dazu gehört insbesondere auch die Kontrolle darüber, wie persönliche Daten für KI-Anwendungen verwendet werden. Lesen Sie jetzt die vollständige Studie: „Searching for answers: How AI is changing online discovery in 2026“ (in englischer Sprache).
Methode:
Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Die multiregionale YouGov Surveys-Umfrage wurde vom 21. April 2026 bis 19. Mai 2026 mit 1.005 Befragten in Deutschland durchgeführt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.
Weitere Analysen sind verfügbar für die folgenden 18 Märkte: Die Stichproben sind bevölkerungsrepräsentativ für Australien, Kanada, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, Malaysia, Polen, Saudi‑Arabien, Singapur, Spanien, Schweden, die Schweiz, die VAE und die USA. In Indien und Mexiko sind die Ergebnisse repräsentativ für die städtische Bevölkerung. In Hongkong, Indonesien und Thailand sind die Ergebnisse repräsentativ für die Online‑Bevölkerung.
