Aktuelle YouGov-Daten (Mai 2026) zum Thema KI für die Reise- und Urlaubsplanung
Die Offenheit deutscher Verbraucher gegenüber der KI-gestützten Urlaubsplanung ist spürbar gestiegen und die Zufriedenheit der Nutzer mit den KI-Ergebnissen sehr hoch. Dies zeigt eine neue YouGov-Umfrage. Nichtsdestotrotz stehen die Deutschen einem umfassenden Einsatz von KI bei der Reiseplanung noch skeptisch gegenüber, insbesondere von agentischer KI in sensiblen Bereichen wie Buchung, Preisvergleich, Budgetverwaltung oder Echtzeit-Anpassungen. Die größte Akzeptanz findet KI somit aktuell in der Inspirationsphase sowie als Kommunikationshilfe.
Dort wo KI für die Urlaubsplanung bereits eingesetzt wird, sind die Nutzer mehrheitlich zufrieden mit den Ergebnissen
Laut aktueller YouGov-Umfrage (Mai 2026) zeigen sich 63-81 Prozent der Deutschen, die KI bereits für die Urlaubsplanung genutzt haben, zufrieden mit den Infos bzw. Ergebnissen, die ihnen die Anwendung im jeweiligen Bereich geliefert hat.
Am zufriedensten sind die Befragten mit Empfehlungen für Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten vor Ort (81 Prozent). Ebenfalls jeweils acht von zehn Befragten (80 Prozent) äußern sich zufrieden mit der Unterstützung bei der Kommunikation bzw. bei Übersetzungen vor Ort, bei der Entscheidungsfindung zur Auswahl von Reisezielen, sowie mit der Nutzung von KI als virtuelle Reiseassistenz (z. B. Chatbots zur Beantwortung von Fragen).
Diese Bereiche sind zugleich die, in denen KI bei der Urlaubsplanung bereits am häufigsten genutzt wurde (jeweils 25 Prozent, 15 Prozent, 14 Prozent und 11 Prozent).
Am wenigsten – aber immer noch mehrheitlich – zufrieden sind die Befragten mit den Infos bzw. Ergebnissen der KI bei der Buchung von Unterkünften und Transportmitteln (63 Prozent; 24 Prozent sind neutral gestimmt, 10 Prozent sind unzufrieden). Weniger als ein Zehntel (8 Prozent) der Befragten, hat KI in diesem Bereich bereits genutzt.
KI-Nutzer sind jung, höher gebildet und gut verdienend
Die Nutzung von KI wird – erwartungsgemäß – von jüngeren Altersgruppen getrieben. Zwischen 11-30 Prozent der Gen Z und Millennials haben KI je nach abgefragtem Bereich bereits für die Urlaubsplanung genutzt, im Vergleich zu 4-24 Prozent der Gen X (d. h. der heute 46- bis 61-Jährigen) und 1-17 Prozent der Boomer+-Generationen.
Aber auch Bildung und persönliches Einkommen spielen entscheidende Rollen beim Einsatz der Technologie: Die Nutzungsrate steigt je nach abgefragtem Bereich von 4-16 Prozent unter Befragten mit einem niedrigen Ausbildungsabschluss auf 9-33 Prozent unter Befragten mit einem hohen Bildungsabschluss. Ein ähnliches Verhältnis (5-21 vs. 7-30 Prozent) zeigt sich zwischen Befragten mit einem Nettohaushaltseinkommen im unteren Drittel (d. h. 1500 Euro pro Monat oder weniger) und solchen im oberen Drittel (d. h. 3000 Euro oder mehr).
Diese sozioökonomischen Unterschiede könnte damit zusammenhängen, dass gut ausgebildete Menschen oft eine höhere digitale Grundkompetenz besitzen, im Umgang mit neuen Technologien bereits routinierter sind, und dass Besserverdienende oft zu den ersten Anwendern fortgeschrittener bzw. Premium-KI-Modellen gehören.
KI bei der Reiseplanung vor allem als Inspirations- und Kommunikationstool relevant, weniger für verbindliche (Buchungs-)Prozesse oder Automatisierung
Die guten Erfahrungswerte der Nutzenden unterstreichen das hohe Potenzial von KI für die Reisebranche, auch wenn die meisten Verbraucher noch konvertiert werden müssen.
Die allgemeine Offenheit gegenüber der KI-gestützten Urlaubsplanung ist im letzten Jahr deutlich gestiegen. In einer YouGov-Umfrage vom Februar 2025 gaben zwischen 13 und 29 Prozent der Deutschen an, sich die Nutzung von KI über die neun abgefragten Bereiche der Reiseplanung hinweg vorstellen zu können (weitere 5 Prozent in sonstigen Bereichen) – ein Drittel (33 Prozent) der Befragten schloss eine Nutzung aus. In der aktuellen YouGov-Umfrage (Mai 2026) stieg die Nutzungsabsicht je nach Bereich auf 17-40 Prozent; lediglich ein Fünftel (19 Prozent) der Deutschen ist der Urlaubsplanung mit KI gegenüber heute noch gänzlich abgelehnt.
Skeptisch sind die Deutschen noch bei sensiblen und verbindlicheren Tasks und Transaktionen (welche in die sog. „Execution Phase“ fallen): Lediglich jeweils 17 Prozent der Befragten können sich vorstellen, KI zur Buchung von Unterkünften und Transportmitteln, zur Verwaltung des Reisebudgets und für Preisvergleiche, oder als Unterstützung bei Echtzeit-Anpassungen des Reiseplans zu nutzen. Für die Delegierung dieser Aufgaben an eine KI ist nicht nur eine besondere Verlässlichkeit der Agenten und Schnittstellen gefragt, sondern oft auch ein größeres Know-How der Anwendungen seitens der Nutzer.
Das größte Interesse besteht aktuell bei den nicht-agentischen Einsatzzwecken der KI als Inspirations- und Orientierungshilfe, wie den Vor-Ort-Empfehlungen (40 Prozent) und der Kommunikation/Übersetzung (37 Prozent). In diesen Bereichen ist die Nutzungsabsicht zudem am stärksten gestiegen (+11 bzw. +9 Prozentpunkte im Mai 2026 vs. Februar 2025).
Die große Unbekannte, und was die KI-Ablehner sagen
Künstliche Intelligenz ist heute bereits in zahlreiche Benutzeroberflächen und Anwendungen integriert – etwa in Sprachassistenten auf Smartphones, Suchmaschinen oder sozialen Medien. Studien zur Nutzung von KI im Verbraucheralltag haben gezeigt, dass sich viele Menschen ihrer Interaktion mit der Technologie oft nicht bewusst sind. Insbesondere KI-generierte Empfehlungen in sozialen Netzwerken sind häufig kaum noch von menschlich erstellten Inhalten zu unterscheiden. Die Reiseplanung stellt somit nur einen von vielen Bereichen des Verbraucheralltags dar, in dem die Informationsbeschaffung und die klassische Recherche zunehmend durch KI ergänzt, wenn nicht ersetzt wird.
Doch welche prinzipiellen Gründe werden gegen die Nutzung von KI hervorgebracht? Beim Thema Urlaubsplanung spielt laut Umfrage vor allem der persönliche Austausch eine zentrale Rolle: Vier von zehn (39 Prozent) Befragten, für die die KI-gestützte Urlaubsplanung nicht in Frage kommt, bevorzugen menschliche Empfehlungen, etwa aus Reisebüros, Reiseführern oder von Familie/Freunden und Influencern. Dies zeigt, dass Reiseentscheidungen für viele Menschen nicht allein auf (praktischen) Informationen beruhen, sondern stark an persönlichen Erfahrungen orientiert sind.
Mit diesem Anspruch verknüpft ist auch die Skepsis gegenüber der Zuverlässigkeit von KI-generierten Empfehlungen: Knapp drei von zehn KI-Ablehnern (29 Prozent) trauen der Genauigkeit von KI-Empfehlungen nicht, etwa aus Angst vor veralteten oder falschen Preisauskünften. Die üblichen Verdächtigen – Datenschutzsorgen und Cybersicherheitsaspekte – werden von jeweils 24 und 18 Prozent der Befragten als Hinderungsgründe genannt.
Das Gesamtbild ist jedoch keine reine Technikfeindlichkeit: Immerhin 14 Prozent derjenigen, die sich aktuell nicht vorstellen können, KI für die Urlaubsplanung zu nutzen, sagen, dass KI-Empfehlungen ihnen nicht maßgeschneidert bzw. persönlich genug sind. Dies deutet auch auf höhere Ansprüche und individuelle Erwartungen der Nutzer an die KI-Tools. Jeder zehnte (10 Prozent) der Zielgruppe fühlt sich zudem in der Nutzung schlicht nicht kompetent genug.
Diese Ergebnisse unterstreichen – neben der wachsenden Offenheit der Verbraucher und der hohen Nutzerzufriedenheit – den Bedarf an transparenten, verlässlichen und nutzerfreundlichen Lösungen.
Methode:
Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für die Befragung mit YouGov Surveys wurden im Zeitraum 22. bis 26. Mai 2026 insgesamt 2.058 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.
Definition der Generationen: Gen Z (1997 oder später), Millennials (1981-1996), Gen X (1965-1980) und Boomer+ (vor 1964).
