Aktuelle YouGov-Daten (Mai 2026) zum Thema Campingurlaub

Camping in Deutschland boomt. Rund jede elfte Gästeübernachtung hierzulande entfiel im Jahr 2025 auf einen Campingplatz, also rund 9 Prozent. Dabei wollen deutsche Outdoor-Enthusiasten zwar möglichst viel Natur, aber nicht unbedingt Verzicht. Das zeigt eine aktuelle YouGov-Umfrage: Camping soll naturnah sein, aber gleichzeitig komfortabel und gut ausgestattet. Gemietete Campingunterkünfte, wie das luxuriösere Pendant des Campings, das sogenannte „Glamping“, sind im Kommen; die meisten Campingurlauber reisen jedoch selbstorganisiert – und spontan.

Camper sind jung – und gutverdienend

Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage plant fast jeder fünfte Deutsche (18 Prozent), in diesem Jahr einen privaten Camping- oder Glampingurlaub zu machen. Glamping bedeutet glamouröses Camping und findet in Campingunterkünften vor Ort (z. B. Safari-Zelt, Hütte) bzw. auf teilausgestatteten Plätzen mit erhöhtem Komfort (z. B. festes Bett, eigenes Bad oder Küche) statt.

Die Naturliebhaber sind überdurchschnittlich jung: 33 Prozent der Gen Z sowie 24 Prozent der Millennials planen in diesem Jahr den Urlaub im Freien, im Vergleich zu 14 Prozent der Gen X (d. h. der heute 46- bis 61-Jährigen) und 10 Prozent der Boomer+. Auffällig dabei: Diesjährige Camper haben deutlich öfter ein Netto-Haushaltseinkommen im oberen Drittel, d. h. 3.000 Euro oder mehr pro Monat (60 Prozent vs. 44 Prozent der Gesamtbevölkerung).

Kein Billigurlaub: Camper erwarten Qualität und Komfort

Dies spricht nicht mehr nur für eine reine Billigurlaubs-Zielgruppe. Zwar suchen viele der Reisenden im Campingurlaub eine günstigere Alternative zum Hotel oder Ferienhaus (40 Prozent der Befragten nennen dies als Grund für die Urlaubsform), sie sind offenbar aber auch bereit, für gewissen Komfort zu zahlen: Die relative Mehrheit der befragten Camper plant mit mittleren bis leicht gehobenen Ausgaben zwischen 21-50 Euro pro Nacht pro Person (insgesamt 46 Prozent).

Daneben gibt es ein klares Budgetsegment – ein Viertel der Befragten plant sehr günstig (25 Prozent: unter 20 Euro) – und ein kleineres Premiumsegment (18 Prozent: über 50 Euro).

Camping wird also stark über Preis-Leistung wahrgenommen: Laut Umfrage scheint es bei der Urlaubsform heute weniger um minimalistisches Schlafen im Freien und stärker um komfortorientierten Naturgenuss zu gehen.

Denn trotz ihrer Natur- und Freiheitsliebe bedeutet Camping heute für die meisten Deutschen nicht mehr der Verzicht auf hausähnlichen Komfort. Als wichtigstes Kriterium bei der Auswahl eines Campingplatzes nennen mehr als acht von zehn Befragten die Qualität der Sanitäranlagen – gleichrangig mit der Lage in der Natur (jeweils 83 Prozent). Für knapp drei Viertel der Camper sind Strom- und Wasseranschlüsse essenziell (76 Prozent).

Weitere Annehmlichkeiten wie eine digitale Infrastruktur/WLAN (57 Prozent), Gastronomie (56 Prozent) und Waschmöglichkeiten (55 Prozent) werden zwar seltener, aber immer noch von einer Mehrheit der Befragten als wichtig genannt. Jeweils rund jeder Fünfte der Befragten ist diesbezüglich gleichgültig.

Die Erwartung, gut versorgt zu sein, hat also insgesamt eine ähnlich hohe Priorität für Camper wie ihre Privatsphäre (79 Prozent empfinden diese als wichtig). Dies unterstreicht auch, dass Ruhe und Rückzug wichtiger sind als bspw. ein gemeinschaftliches Campingplatz-Erlebnis: Soziale Aspekte, wie der Kontakt zu anderen Campingurlaubern, nennen nur rund 20 Prozent der Befragten als Motivation für ihren diesjährigen geplanten Campingurlaub. Somit gehen Wünsche nach Naturnähe (48 Prozent), Flexibilität/Unabhängigkeit (44 Prozent) und Ruhe/Entschleunigung (42 Prozent) auch mit entsprechenden Erwartungen an die Größe des Platzes (59 Prozent) und der freien Platzwahl (66 Prozent) einher.

Camper reisen spontan Zelt und Wohnmobil sind gleichermaßen beliebt

Nichtsdestotrotz bleibt Camping eine stark spontanitätsgetriebene Urlaubsform. Fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent), und somit die relative Mehrheit, bucht erst während der Reise, darunter 27 Prozent direkt am Platz. Dazu passt, dass rund drei Viertel (73 Prozent) aller diesjährigen Campingurlauber mit einer klassischen, selbstorganisierten Übernachtungsform plant: Das eigene Zelt und das eigene Wohnmobil liegen mit jeweils 36 und 37 Prozent in diesem Jahr nahezu gleichauf, wobei jüngere Camper erwartungsgemäß häufiger im Zelt übernachten (48 Prozent der Gen Z und Millennials) und ältere Reisende (57 Prozent der Gen X und Boomer+) häufiger im Wohnmobil.

Der Markt für Mietmodelle ist relevant, aber nicht der Kern. Dabei werden feste Unterkünfte auf dem Platz, worunter auch Glamping-Modelle fallen, allerdings wichtiger als etwa gemietete Wohnmobile (jeweils 14 und 9 Prozent). Laut aktueller Umfrage planen 3 Prozent der Deutschen in diesem Jahr einen Glampingurlaub, weitere 3 Prozent planen diesjährig sowohl die Camping- als auch die Glamping-Variante. In früheren YouGov-Umfragen haben bereits 17 Prozent der Deutschen angegeben, sich einen Glampingurlaub vorstellen zu können, 11 Prozent würden die Urlaubsform erneut wählen. Angesichts der vielfältigen Erwartungen an den Urlaub und der höheren Zahlungsbereitschaft einiger Gruppen dürfte Glamping besonders dann anschlussfähig sein, wenn es nicht als Luxus um des Luxus willen positioniert wird, sondern als besonders privates, komfortables und naturnahes Erlebnis.

Methode:

Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews (YouGov Surveys) mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 06. bis 08.05.2026 insgesamt 2032 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

Definition der Generationen: Gen Z (1997 oder später), Millennials (1981-1996), Gen X (1965-1980) und Boomer+ (vor 1964).

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