Aktuelle YouGov-Daten (März 2026) zum Thema Fleischkonsum und Essgewohnheiten
Junge Konsumenten stehen dem Thema pflanzliche Ernährung offener gegenüber als ältere Generationen. Doch neben Haltung und Werten ist der entscheidende Faktor im Konsumverhalten der Gen Z vor allem Alltagsrelevanz. Marken und Anbieter der Lebensmittelbranche müssen sich stärker auf die spontanen Konsumentscheidungen der Altersgruppe ausrichten, um sie zu erreichen.
Gen Z ist für den Fleischersatzmarkt eine besonders relevante Zielgruppe
Laut YouGov Profiles sagen aktuell mehr als die Hälfte (56 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen, dass sie darüber nachdenken, ihren Konsum von Fleisch- und Milchprodukten zu reduzieren. Damit liegt die Altersgruppe klar über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung (49 Prozent).
Der heutige Fleischkonsum der Gen Z liegt bereits knapp 10 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt: Während 88 Prozent der Gesamtbevölkerung zumindest gelegentlich Fleisch essen (d. h. entweder täglich oder „flexitarisch“), sind es bei der Gen Z nur 79 Prozent.
Zentrale Treiber dieser Entwicklung sind sowohl moralische als auch gesundheitsbezogene Ansichten.
Insgesamt mehr als die Hälfte der Gen Z (56 Prozent) hält es für „ethischer“, Vegetarier oder Veganer zu sein (im Vergleich zu 35 Prozent der Bevölkerung). Zwei von fünf (40 Prozent) der jungen Generation berichten sogar, sich manchmal „schuldig zu fühlen“, wenn sie Fleisch oder Milchprodukte konsumieren (vs. 26 Prozent gesamt).
Neben den ethischen Aspekten sehen außerdem 41 Prozent der Gen Z eine fleischlose Ernährung als die gesündere Wahl an (verglichen mit 34 Prozent der Gesamtbevölkerung).
Hürde zu hoch? Absicht und Konsum im Widerspruch
Trotz ihrer hohen Offenheit gegenüber pflanzlichen Alternativen, klafft eine Lücke zwischen Einstellung und tatsächlichem Konsumverhalten der Gen Z.
Aktuell ernähren sich 16 Prozent der Gen Z vegetarisch oder vegan (vs. 9 Prozent der Gesamtbevölkerung). Der Anteil der Vegetarier und Veganer ist seit 2018 sowohl in der Gen Z als auch in der Gesamtbevölkerung nicht gewachsen.
In einer täglichen Befragung von Ende Oktober 2025 gaben 8 Prozent der Gen Z zudem an, innerhalb der letzten 12 Monate wieder mehr Fleisch gegessen zu haben als in den 12 Monaten zuvor (vs. 5 Prozent der Gesamtbevölkerung).
Trend hin zu häufigeren Snacks anstelle von klassischen Mahlzeiten
Woher stammt die Diskrepanz, und wie kann die Plant-Based-Branche mehr Gen Z erreichen?
Auch wenn ihr Konsum stark im Einklang mit persönlichen Werten steht, spielen Convenience und das Fitting eines Produkts zum Lebensstil eine zentrale Rolle im Leben der Gen Z.
Über ein Drittel (36 Prozent) der Gen Z verzichtet heute auf eine klassische Mahlzeit und isst stattdessen öfter kleinere Snacks zwischendurch – ein Plus von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die Gründe dafür liegen ebenso in der Schnelllebigkeit ihres Alltags wie in Bequemlichkeit und Flexibilität. Mehr als die Hälfte der jungen Generation (53 Prozent) hat nach eigenen Angaben häufig keine Zeit, eine Mahlzeit zu kochen (vs. 41 Prozent der Gesamtbevölkerung). Zudem sagen fast zwei von fünf (37 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen, dass es „viel praktischer ist, unterwegs zu essen, als sich für eine klassische Mahlzeit hinzusetzen“ (vs. 24 Prozent gesamt).
Im Spannungsfeld zwischen Haltung und Alltag der Gen Z müssen sich Marken der Fleischersatzbranche neu positionieren
Produkte in portionierten Formaten, die die Vorbereitungszeit beim Kochen reduzieren, könnten diese Hürde im Alltag senken.
Doch vor allem im Außer-Haus-Markt liegt ein erhebliches Potenzial: Insbesondere Schnellrestaurants und Imbisse sind nach wie vor stark auf Fleischkonsum ausgerichtet. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Gen Z ist der Meinung, dass Restaurants mehr vegetarische und vegane Optionen anbieten sollten (vs. 38 Prozent der Gesamtbevölkerung).
Für Marken und Anbieter bedeutet das: Ihre Produkte müssen sowohl Werte und Lebensstil der Altersgruppe widerspiegeln als auch die Konsumenten mitten in ihrem Leben erreichen.
Methode:
YouGov Profiles basiert auf einer kontinuierlich erhobenen Datenquelle aus fortlaufenden Online-Umfragen mit registrierten YouGov-Panelteilnehmern. Datensätze werden wöchentlich aktualisiert und umfassen jeweils 52 Wochen. Die Erhebung wird nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 18 Jahren. Ausgewerteter Datensatz vom 22. März 2026.
Definition der Generationen: Gen Z (1997 oder später), Millennials (1981-1996), Gen X (1965-1980) und Boomer+ (vor 1964).

