Drei Viertel der Deutschen planen in den kommenden zwölf Monaten eine Reise. Gleichzeitig gewinnt KI bei der Urlaubsplanung an Bedeutung.
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibt die Reiselust der Deutschen hoch. Laut dem neuen YouGov-Report „The Global Travel Landscape 2026“ planen 74 Prozent der Deutschen, in den kommenden zwölf Monaten mindestens eine Urlaubsreise zu unternehmen. Damit liegt Deutschland nur knapp hinter Frankreich (77 Prozent) und Großbritannien (76 Prozent), aber deutlich vor den USA (62 Prozent).
47 Prozent der Deutschen waren zwischen Januar und Juni 2026 bereits im Urlaub. Das Niveau entspricht nahezu dem Vorjahr und unterstreicht die anhaltende Bedeutung von Reisen im Alltag vieler Verbraucher.
Jüngere treiben die Nachfrage
Besonders stark bleibt die Reiselust bei jüngeren Deutschen. 82 Prozent der unter 35-Jährigen planen mindestens eine Urlaubsreise innerhalb der nächsten zwölf Monate, verglichen mit 72 Prozent der über 35-Jährigen. Zudem erwarten 50 Prozent der unter 35-Jährigen, in den kommenden zwölf Monaten zwei oder mehr Urlaubsreisen zu unternehmen.
Auch international zeigt sich dieses Muster: In allen untersuchten Märkten gehören jüngere Verbraucher zu den treibenden Kräften der Reisenachfrage.
Kosten bleiben zentrales Thema
Trotz der hohen Reisebereitschaft spielen finanzielle Faktoren weiterhin eine wichtige Rolle. Unter den Deutschen, die im vergangenen Jahr weniger Urlaub gemacht haben als üblich, nennen 43 Prozent die gestiegenen Lebenshaltungskosten als Grund. Gleichzeitig geben 38 Prozent an, sich Reisen schlicht nicht mehr leisten zu können. Dieser Wert ist im Vergleich zu vor zwei Jahren deutlich gestiegen und macht finanzielle Belastungen inzwischen zu einem der wichtigsten Gründe für eine reduzierte Urlaubshäufigkeit.
Reisen werden gezielter geplant
Die Studie deutet darauf hin, dass Verbraucher zunehmend nach Möglichkeiten suchen, Reisekosten zu optimieren, statt ganz auf Urlaub zu verzichten. Über ein Drittel der Befragten weltweit (37 Prozent) gibt an, bei Reisen günstigere Unterkünfte in Betracht zu ziehen, um sich einen Urlaub weiterhin leisten zu können. Besonders verbreitet ist diese Strategie unter jüngeren Reisenden.
KI wird Teil der Reiseplanung
Parallel dazu hält Künstliche Intelligenz zunehmend Einzug in die Reisebranche. Bereits 18 Prozent der Befragten in den vier untersuchten Märkten haben KI-Tools wie ChatGPT, Gemini oder Siri schon genutzt, um Reiseziele, Hotels oder Fluggesellschaften auszuwählen. Das entspricht einem Anstieg von 8 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Weitere 44 Prozent können sich vorstellen, solche Anwendungen künftig bei der Reiseplanung zu nutzen.
Vor allem jüngere Verbraucher und jene mittleren Alters zeigen eine hohe Offenheit gegenüber KI-gestützter Reiseplanung und könnten damit die zukünftige Entwicklung des Marktes maßgeblich prägen.
„Für Reiseanbieter zeigen die Daten der internationalen Studie ein Spannungsfeld: Die Nachfrage nach Reisen bleibt hoch, gleichzeitig achten Verbraucher stärker auf Preis-Leistungs-Verhältnisse und prüfen ihre Optionen sorgfältiger. Hinzu kommt die rasante Verbreitung von KI-Anwendungen, die die Customer Journey bereits heute verändern. Wer Reisende künftig erreichen möchte, muss sowohl das gestiegene Kostenbewusstsein als auch die zunehmende Bedeutung KI-gestützter Informations- und Entscheidungsprozesse berücksichtigen“, sagt Philipp Schneider, Head of Marketing DACH bei YouGov.
Methode:
Die Daten in diesem Report basieren auf Befragungen mit dem YouGov Omnibus sowie auf Daten aus YouGov BrandIndex, dem kontinuierlichen Marken-Tracker von YouGov. Die multiregionale Umfrage wurde vom 13. bis 19. Juli 2026 mit 1.057 Befragten in Deutschland, 2.023 Befragten in Großbritannien, 2.000 Befragten in Frankreich und 1.007 Befragten in den USA durchgeführt.


