Aktuelle YouGov-Daten zum Thema zuckerfreie Ernährung und "Zero Sugar"-Produkte
Sie ist längst mehr als ein Neujahrsvorsatz: Die zuckerfreie Ernährung. Wie verbreitet der Verzicht auf industriell zugesetzten Zucker hierzulande ist, und welche Rolle Lebensmittel und Getränke mit der Kennzeichnung "Zero Sugar" dabei spielen, zeigen neue YouGov-Umfragedaten.
Jeder vierte Deutsche verzichtet dauerhaft auf Produkte mit industriell zugesetztem Zucker
Ein Viertel (25 Prozent) der deutschen Verbraucher verzichtet laut aktueller Umfrage dauerhaft auf Lebensmittel und Getränke mit industriellem Zusatzzucker. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) hat dies schon einmal für bestimmte Zeit getan. 36 Prozent haben noch nie auf Produkte mit Industriezucker verzichtet.
Auffällig ist dabei das Altersgefälle: Während jüngere Generationen eher zeitweise verzichten (51 Prozent der Gen Z und 47 Prozent der Millennials), ist der dauerhafte Verzicht deutlich verbreiteter unter Boomern (36 Prozent vs. 17 Prozent der Gen Z und 15 Prozent der Millennials). Die Gen X hat am häufigsten von allen Altersgruppen noch nie bewusst auf industriellen Zusatzzucker verzichtet (39 Prozent).
Zwischen Männern und Frauen gibt es beim Zuckerverzicht hingegen keine Unterschiede.
Von der Kurzzeit-Challenge bis zum monatelangen Verzicht
Beim zeitlich begrenzten Verzicht überwiegen kurze Verzichtsphasen, ein durchaus relevanter Anteil hält den Zuckerverzicht jedoch über mehrere Monate aufrecht.
Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Befragten, die schon einmal bewusst für eine bestimmte Zeit auf Lebensmittel oder Getränke mit Industriezucker verzichtet haben, taten dies zuletzt für maximal vier Wochen: 20 Prozent verzichteten für ein bis zwei Wochen, 19 Prozent für drei bis vier Wochen und 15 Prozent für weniger als eine Woche.
Gleichzeitig sind auch monatelange Verzichtphasen (35 Prozent) keine Seltenheit – immerhin 16 Prozent der Befragten haben zuletzt für länger als 6 Monate verzichtet. Insgesamt rund jeder Fünfte (19 Prozent) hat zwischen 1-6 Monate verzichtet. Zwölf Prozent sind sich hinsichtlich der Dauer unsicher oder machen dazu keine Angabe.
Auch wenn der zeitweise Verzicht auf Industriezucker also für viele eine Angelegenheit weniger Wochen ist – möglicherweise im Zusammenhang mit Zuckerfrei-Challenges oder Fastenmonaten – geht er für einen beträchtlichen Teil der Zielgruppe über eine kurzfristige Ernährungsumstellung hinaus.
Zuckerverzicht nicht zwangsläufig mit Konsum von "Zero Sugar"-Produkten verbunden
Wer heute bewusst auf Lebensmittel und Getränke mit industriell zugesetztem Zucker verzichten möchte, kann stattdessen u. a. auf Produkte mit der Kennzeichnung „Zero Sugar“ zurückgreifen. Diese versprechen häufig ein ähnliches Geschmackserlebnis wie ihre zuckerhaltigen Alternativen, und enthalten dafür meist Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe.
Doch verlassen sich Konsumenten, die auf industriell zugesetzten Zucker verzichten auf "Zero Sugar"-Produkte oder ernähren sie sich ohne derartige Ersatzprodukte?
Die YouGov-Umfrage liefert hier ein gemischtes Bild: So berichten 50 Prozent der Befragten, die dauerhaft oder zeitweise auf Industriezucker verzichten bzw. verzichtet haben, dass ihnen "Zero Sugar"-Getränke bzw. -Lebensmittel bei ihrem Verzicht helfen bzw. geholfen haben.
„Zero Sugar“-Produkte sind jedoch keineswegs für alle Zuckerverzichtenden relevant oder notwendig. Insgesamt 34 Prozent haben während ihres Zuckerverzichts keine "Zero Sugar"-Produkte konsumiert (13 Prozent) oder tun dies ohnehin nicht (21 Prozent). Weitere 12 Prozent sagen, dass "Zero Sugar"-Produkte ihnen bei ihrem Zuckerverzicht nicht helfen bzw. nicht geholfen haben.
Obgleich also die Hälfte derjenigen, die auf Industriezucker verzichten, in "Zero Sugar"-Getränken oder -Lebensmitteln einen positiven Nutzen sieht, zeigt sich für nahezu ebenso viele (46 Prozent) ein anderes Bild: Für sie sind entsprechende Produkte entweder nicht zielführend oder spielen beim Zuckerverzicht keine Rolle.
Dass Zuckerverzichtende nicht zwingend zu "Zero Sugar" greifen, zeigt sich insbesondere an der Zielgruppe derer, die dauerhaft auf Industriezucker verzichten: Ein Drittel (33 Prozent) der dauerhaften Verzichtenden konsumiert auch keine "Zero Sugar"-Produkte (im Vergleich zu 12 Prozent der zeitweisen Verzichtenden).
Zudem gibt es beim Konsum der zuckerfreien Alternativen deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Männliche Zuckerverzichtende sehen häufiger eine positive Unterstützung durch "Zero Sugar" als weibliche (56 vs. 44 Prozent). Frauen, die zeitweise oder dauerhaft auf Zucker verzichten, konsumieren hingegen deutlich häufiger ohnehin keine "Zero Sugar"-Produkte (26 vs. 15 Prozent der männlichen Zuckerverzichtenden).
Fazit
Die Ergebnisse legen insgesamt nahe, dass es unterschiedliche Strategien des Zuckerverzichts gibt. Ob kurzfristig oder als Ernährungsgewohnheit – der Verzicht auf Industriezucker ist hierzulande jedenfalls keine Seltenheit mehr. Mit einer stärkeren Nachfrage nach "Zero Sugar"-Ersatzprodukten geht der Zuckerverzicht nicht automatisch einher.
Methode:
Die Ergebnisse basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für die Befragung mit dem YouGov Omnibus aus unserem YouGov Surveys-Angebot wurden im Zeitraum vom 07.09.2026 bis 08.09.2026 insgesamt 2127 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.
