Aktuelle Daten zum Thema Spenden und Wohltätigkeitsorganisationen (YouGov Spenden-Report und YouGov CharityIndex)

Laut aktuellem YouGov-Report "Spenden in Deutschland: Zwischen Hilfsbereitschaft und Vertrauenskrise" haben 42 Prozent der Deutschen nach eigenen Angaben in den letzten zwölf Monaten gespendet (Zeitpunkt der Befragung: 30.09.-02.10.2026). Die Älteren trugen dabei das Spendenvolumen, das zeigen reale Transaktionsdaten von YouGov Shopper.

Dennoch ist die Generation Z eine Potenzialgruppe für Wohltätigkeitsorganisationen: Die 18- bis 29-Jährigen stehen der Unterstützung gemeinnütziger Organisationen laut Befragung von allen Altersgruppen am offensten gegenüber. Die Realität: Der Gen Z fehlt öfter das Geld, doch der Report zeigt noch mehr. Oft sind es leicht abbaubare Hürden, die die Jüngsten bremsen – ein komplizierter Spendenprozess, zu wenig Kommunikation und fehlende Relevanz im Alltag.

Der Blick in den YouGov CharityIndex verrät: UNICEF wird von der Gen Z aktuell am häufigsten in Betracht gezogen.

Wenig Spender, viel Potenzial

Rund ein Drittel (34 Prozent) der Gen Z hat in den letzten zwölf Monaten laut eigener Aussage Geld an eine gemeinnützige Organisation gespendet (Zeitpunkt der Befragung: 30.09.-02.10. 2026). Damit weist die Gen Z im Generationenvergleich den geringsten Anteil an Spendern auf (Millennials: 40 Prozent, Gen X: 41 Prozent, Boomer: 47 Prozent).

Gleichzeitig ist das Potenzial in der Gen Z besonders hoch: Nur ein Zehntel (10 Prozent) der Befragten lehnt eine Unterstützung gemeinnütziger Organisationen grundsätzlich ab – ebenfalls der geringste Anteil in allen Altersgruppen.

Warum spendet die Gen Z seltener?

Erwartbare Barrieren für die Gen Z beim Spenden sind finanzielle Hürden: Die jüngste Generation sagt signifikant häufiger als ältere Generationen, dass ihr auch kleine Beträge schwerfallen (28 Prozent vs. 20 Prozent der Boomer). Ein Viertel (24 Prozent) der Gen Z behält das Geld lieber für sich (im Vergleich zu 11 Prozent der Boomer).

Doch der geringere finanzielle Spielraum ist längst nicht der einzige Grund, warum junge Menschen einem Spendenaufruf nicht folgen. Die Gen Z hemmen deutlich häufiger als Ältere eine fehlende Orientierung, der empfundene Aufwand und das Aufschieben: 15 Prozent wissen nicht, welcher Organisation sie helfen sollen, 11 Prozent finden den Spendenprozess zu umständlich, und weitere 9 Prozent wollen es später erledigen und vergessen es dann.

Um junge Spender zu gewinnen, zählt daher nicht nur das Signal, dass auch kleine Beträge etwas bewirken können. Wichtig ist auch eine unkomplizierte Transaktion: Die Gen Z sagt dreimal so häufig wie Boomer, dass eine einfache digitale Zahlung, z. B. per PayPal oder ApplePay sie am ehesten dazu bewegen würde, eine Wohltätigkeitsorganisation finanziell zu unterstützen (18 vs. 6 Prozent).

Gen Z reagiert auf zusätzliche Spendenanreize

Um Gen-Z-Spender langfristig zu binden, lohnt sich die Investition in Kommunikation: Danach gefragt, welche Angebote oder Vorteile sie besonders ansprechen, wenn sie eine gemeinnützige Organisation unterstützen, nennt die Gen Z signifikant häufiger als andere Generationen die Wertschätzung für ihre Unterstützung (36 vs. 21 Prozent der Boomer).

Darüber hinaus wirken bei der Gen Z zusätzliche Spendenanreize, wie Vergünstigungen von Partnermarken (32 vs. 6 Prozent der Boomer), Einladungen zu Events/Erlebnissen (28 vs. 7 Prozent der Boomer) sowie Verlosungen/Gewinnspiele (27 vs. 8 Prozent).

Insgesamt zeigt der Report: Nicht die Spendenbereitschaft muss in der Gen Z gestärkt werden, sondern praktische Hürden abgebaut und finanzielle Incentivierungen geschaffen werden. Mehr Orientierung entsteht auch durch die Anbindung an Themen, die die Gen Z im Alltag erreichen.

UNICEF ist die relevanteste Charity für die Gen Z

Der Blick in den tagesaktuellen Tracker YouGov CharityIndex zeigt, welche Wohltätigkeitsorganisationen für die Gen Z besonders relevant sind. Laut aktuellem Consideration-Score (Durchschnitt der letzten zwölf Monate) würde ein Drittel (33,5 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen UNICEF finanziell unterstützen – der höchste Wert der insgesamt 30 im YouGov CharityIndex gemessenen Organisationen.

Für die Gen Z am zweitrelevantesten ist das Deutsche Rote Kreuz mit 29,3 Prozent. Ärzte ohne Grenzen folgt an dritter Stelle (21,8 Prozent), World Wide Fund for Nature (WWF) an vierter (19,6 Prozent). Die Caritas komplettiert die Top fünf (19,4 Prozent).

Unter Boomern verschiebt sich das Spitzenfeld deutlich: Am relevantesten für die Altersgruppe der 62- bis 80-Jährigen ist die Organisation Ärzte ohne Grenzen (28,6 Prozent). Auf Platz zwei folgt SOS-Kinderdörfer (22,3 Prozent), und auf Platz drei die Deutsche Krebshilfe (20,6 Prozent). Das Deutsche Rote Kreuz liegt bei den Boomern auf Platz vier (20,5 Prozent), ein Herz für Kinder auf Platz fünf (18,1 Prozent).

Methode: 

Die Ergebnisse des Reports basieren auf einer Online-Umfrage mit dem YouGov Omnibus, einer YouGov Surveys-Lösung. Befragt wurden Mitglieder des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Stichprobengröße = 2.209 Personen. Zeitraum: 30.09. bis 02.10.2026. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Definition der Generationen: Gen Z ab 18 Jahren (1997–2008), Millennials (1981–1996), Gen X (1965–1980), Boomer (1946–1964).

Der YouGov CharityIndex erfasst täglich die Verbraucherwahrnehmung in Deutschland anhand 16 Metriken. Die KPI "Consideration" (%) wird anhand der folgenden Fragestellung erhoben: "Falls Sie morgen aufgefordert werden: Welche dieser Wohltätigkeits-Organisationen würden Sie grundsätzlich finanziell unterstützen (z. B. durch eine Spende oder einen Loskauf)?" . Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 18 Jahren.

Abonnieren Sie den YouGov-Newsletter