YouGov-Daten zeigen, wie die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland vor den Zwischenwahlen auf die USA blicken

Am 3. November 2026 wählen die USA bei den Midterms das gesamte Repräsentantenhaus und gut ein Drittel des Senats neu. Die Wahl gilt als erster großer nationaler Stimmungstest für die zweite Amtszeit von US-Präsident Donald Trump. Bürgerinnen und Bürger in Deutschland sehen die Lage in den USA kritisch. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) glaubt, dass die Demokratie in den USA entweder stark gefährdet ist und teilweise nicht mehr funktioniert (40 Prozent) oder im Großen und Ganzen nicht mehr funktioniert (12 Prozent). Ein weiteres Viertel (25 Prozent) meint, die US-Demokratie funktioniere zwar, sei aber gefährdet. Insgesamt sehen damit fast vier von fünf die Demokratie in den USA zumindest gefährdet. Nur 9 Prozent finden, dass sie im Großen und Ganzen gut funktioniert.

Besonders kritisch sind Wählerinnen und Wähler der Grünen. Drei von vier (75 Prozent) halten die US-Demokratie für stark gefährdet oder nicht mehr funktionsfähig, und nur 1 Prozent findet, dass sie gut funktioniert. Unter Wählerinnen und Wählern von Die Linke (68 Prozent), SPD (60 Prozent) und CDU/CSU (54 Prozent) teilt jeweils eine Mehrheit diese Einschätzung. Unter AfD-Wählerinnen und -Wählern ist es knapp ein Drittel (32 Prozent). Mehr als jede/r Vierte von ihnen (27 Prozent) meint, die Demokratie in den USA funktioniere im Großen und Ganzen gut.

Sieben von zehn glauben, dass sich die Lebenssituation in den USA verschlechtert hat

71 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland glauben, dass sich die Lebenssituation der Menschen in den USA in den letzten zwei Jahren verschlechtert hat. 37 Prozent sprechen sogar von einer starken Verschlechterung. Nur 5 Prozent sehen eine Verbesserung und 9 Prozent eine unveränderte Lage. Unter Grünen-Wählerinnen und -Wählern nehmen 93 Prozent eine Verschlechterung wahr. Unter Wählerinnen und Wählern von Die Linke (82 Prozent), CDU/CSU (81 Prozent) und SPD (80 Prozent) sind es jeweils rund vier von fünf. Unter AfD-Wählerinnen und -Wählern glaubt knapp die Hälfte (48 Prozent) an eine Verschlechterung.

Fast die Hälfte hält die US-Bevölkerung mit Blick auf Trump für gespalten

Fast die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland (46 Prozent) glaubt, dass die Menschen in den USA mit Blick auf Donald Trump gespalten sind. Knapp ein Drittel (31 Prozent) glaubt, dass die Mehrheit der US-Amerikanerinnen und -Amerikaner gegen Trump ist. Nur jede/r Zehnte (10 Prozent) glaubt, dass eine Mehrheit hinter dem US-Präsidenten steht. Unter AfD-Wählerinnen und -Wählern ist dieser Anteil mit 22 Prozent mehr als doppelt so hoch.

USA ähnlich kritisch gesehen wie China

Nur 29 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland haben eine positive Meinung zu den USA. 61 Prozent haben eine negative, darunter 19 Prozent eine sehr negative. Damit werden die USA ähnlich kritisch gesehen wie China (26 Prozent positiv, 59 Prozent negativ). Noch schlechter als die USA schneiden unter anderem Russland (16 Prozent positiv, 74 Prozent negativ) und Iran (5 Prozent positiv, 81 Prozent negativ) ab.

Wie die USA gesehen werden, hängt stark von der Parteipräferenz ab. AfD-Wählerinnen und -Wähler sind die einzige Wählergruppe, in der positive Urteile über die USA überwiegen (49 Prozent positiv, 40 Prozent negativ). Unter Wählerinnen und Wählern von CDU/CSU (31 Prozent), SPD (23 Prozent), Grünen (16 Prozent) und Die Linke (13 Prozent) hat jeweils nur eine Minderheit eine positive Meinung zu den USA.

Freund, Rivale oder Gegner? Zwei fast gleich große Lager

19 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland sehen in den USA im Allgemeinen einen Freund und Verbündeten Deutschlands, 22 Prozent einen freundlichen Rivalen – zusammen sind das 41 Prozent. Fast ebenso viele (39 Prozent) sehen die USA kritisch: 28 Prozent finden, dass die USA Deutschland gegenüber nicht freundlich eingestellt sind, und 11 Prozent halten sie sogar für eine Bedrohung. Ältere sind dabei kritischer als Jüngere. Ab 60 Jahren fällt der Blick auf die USA deutlich kritischer aus. In den Altersgruppen von 18 bis 59 Jahren nimmt rund ein Drittel die USA als unfreundlich oder als Bedrohung wahr (zwischen 31 und 36 Prozent). Unter den 60- bis 69-Jährigen sind es dagegen 48 Prozent, unter den über 70-Jährigen 46 Prozent.

Von allen Anhängern der im Bundestag vertretenen Parteien sehen AfD-Wählerinnen und -Wähler (25 Prozent) die USA am häufigsten als Freund und Verbündeten, am seltensten Wählerinnen und Wähler von Die Linke (10 Prozent).

Kritisch, aber nicht auf Abstand

Trotz aller Skepsis wünschen sich mehr Bürgerinnen und Bürger eine engere als eine weniger enge Beziehung zu den USA. 39 Prozent finden, die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA sollten enger sein als aktuell. 29 Prozent wünschen sich weniger enge Beziehungen, 11 Prozent finden sie genau richtig. Ein Fünftel (21 Prozent) ist unentschieden. Engere Beziehungen wünschen sich vor allem Wählerinnen und Wähler von CDU/CSU (49 Prozent) und AfD (47 Prozent). Unter Wählerinnen und Wählern von Die Linke ist es umgekehrt: 43 Prozent wünschen sich weniger enge Beziehungen, nur 22 Prozent engere.

Zum methodischen Vorgehen:

Diese Umfrage wurde von YouGov Deutschland als Eigenstudie im YouGov Omnibus Politik durchgeführt. Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des unternehmenseigenen YouGov Panels. Die Mitglieder des Panels haben der Teilnahme an Online-Interviews zugestimmt. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 16. bis 19.10.2026 insgesamt 2.202 Personen in einer repräsentativen Stichprobe, quotiert nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region, politischem Interesse und Wahlverhalten, befragt. Die Stichprobe bildet die Wahlberechtigten Deutschlands ab 18 Jahren hinsichtlich dieser Quotenmerkmale ab. Die Fehlertoleranz für die Gesamtstichprobe (n=2.202) beträgt für einen Anteilswert von 50 Prozent +/- 2,09 Prozentpunkte und für einen Anteilswert von 5 Prozent +/- 0,91 Prozentpunkte.

Wenn Sie mehr über Politik- und Meinungsforschung bei YouGov erfahren möchten, sprechen Sie uns gerne an.

Foto: John Gibbins/San Diego Union-Tribune/ZUMA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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